Devisen: Euro bleibt deutlich unter 1,10 US-Dollar - US-Konjunkturdaten belasten

Der Euro ist am Donnerstag im US-Handel unter Druck geblieben. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,0956 US-Dollar. In der Spitze war sie zuvor zeitweise bis auf 1,1008 Dollar gestiegen.
21.05.2020 21:10

Zum Schweizer Franken haben sowohl der Euro als auch der Dollar an Wert gewonnen. Der Eurokurs liegt mit 1,0631 Franken gut über der Marke von 1,06 und der Dollar hält sich über der Schwelle von 0,97 Franken, wenn auch nur knapp.

Die veröffentlichten Konjunkturdaten aus den USA waren nicht so schwach ausgefallen wie erwartet. Dies stütze den Dollar etwas. So trübte sich der Sammelindex der Frühindikatoren im April nicht so stark ein wie erwartet. Vor allem die Erholung der Aktienmärkte wirkte sich positiv auf den Indikator aus.

Auch die Wiederverkäufe von Häusern brachen nicht so stark ein wie prognostiziert. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosen stieg zwar erneut deutlich an. Das Plus lag jedoch in etwa im Rahmen der Erwartungen.

Im mittäglichen europäischen Handel hatte der Eurokurs noch zugelegt. Die extrem schlechte Stimmung in der Wirtschaft der Eurozone hat sich im Mai etwas aufgehellt. Nach dem historischen Einbruch im April erholte sich der viel beachtete Einkaufsmanagerindex etwas stärker als erwartet.

"Die Eurozone verzeichnete auch im Mai einen Kollaps der Wirtschaftsleistung, wenngleich die Umfrageergebnisse ermutigende Hinweise dafür liefern, dass der Tiefpunkt wohl hinter uns liegt", kommentierte Chris Williamson, Chefvolkswirt von Markit, die Daten. Die Lockerungen im Zuge der Corona-Krise sollten die Talfahrt im Sommer weiter verlangsamen.

Der Plan von Frankreich und Deutschland für ein Wiederaufbauprogramm der Wirtschaft der Europäischen Union (EU) nach der Corona-Krise hatte den Eurokurs an den vergangenen Tagen gestützt. Aussenminister Heiko Maas ist zuversichtlich, dass der Plan von Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Basis für eine Einigung in der EU bilden kann.

Allerdings gibt es in verschiedenen Ländern weiterhin Widerstand gegen das Paket. Am Donnerstag meldete die tschechische Regierung Bedenken an.

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(AWP)