Devisen: Euro etwas gefallen

Der Euro hat am Freitag anfängliche Gewinne gegenüber dem US-Dollar eingebüsst und leicht nachgegeben. Die Gemeinschaftswährung kostet am Mittag 1,2147 US-Dollar und damit etwas weniger als in der Nacht zuvor. Er pendelt damit weiter innerhalb der engen Handelsspanne der vergangen Tage. Die Gemeinschaftswährung hatte am vergangenen Freitag von enttäuschenden Arbeitsmarktdaten aus den USA profitiert, doch in dieser Woche hat sich kein klarer Trend herausbildet. Vielmehr schwankte der Eurokurs zwischen 1,2150 und gut 1,22 Dollar.
11.06.2021 13:43

Zum Franken tendiert der Euro ebenfalls minimal leichter und notiert mit aktuell 1,0890 Franken nur knapp über seinem bisherigen Tagestief. In den letzten Wochen habe der Franken gegenüber dem Euro zwar moderat zugelegt, heisst es in einem aktuellen Devisenkommentar der Commerzbank. Allerdings hatte der Franken im Februar auch sehr deutlich abgewertet. Daher sei die leichte aktuelle Aufwertung auch nur als ein vorübergehendes Phänomen zu sehen. Denn mit den voranschreitenden Impfkampagnen, den weiteren Lockerungen und der wirtschaftlichen Erholung sinke die Nachfrage nach sicheren Häfen wie dem Franken. Der US-Dollar zeigt sich derweil bei einem Stand von 0,8964 Franken etwas fester als noch am Morgen.

Im Handelsverlauf könnten Wirtschaftszahlen aus den USA die Märkte bewegen. Die Uni Michigan veröffentlicht ihr monatliches Konsumklima. Analysten rechnen mit einer Stimmungsaufhellung. Derweil haben Experten zuletzt vor allem auf die deutlich gestiegenen Inflationserwartungen der Verbraucher verwiesen, die ebenfalls Bestandteil der Michigan-Umfrage sind. Auch die tatsächliche Inflation legt zu: Nach Zahlen vom Donnerstag stieg die Inflationsrate in den USA im Mai unerwartet stark auf fünf Prozent. Am Devisenmarkt jedoch hinterliess dies nur kurz Spuren.

"Hohe Inflationszahlen sind schlecht für den Dollar, solange die US-Notenbank nicht signalisiert, dass sie angemessen, also mit einer Straffung der Geldpolitik, darauf reagieren wird", schreibt Devisenanalystin You-Na Park-Heger von der Commerzbank. Die spannende Frage sei, wie die Fed die jüngste Inflationsentwicklung bewertet: "Wird die US-Notenbank die hohe Inflation weiterhin als vorübergehendes Phänomen abtun oder zeigen sich doch erste Sorgenfalten?" Die Fed wird ihre geldpolitischen Beschlüsse am kommenden Mittwoch (16. Juni) verkünden.

Auch die jüngsten geldpolitischen Beschlüsse der Europäischen Zentralbank können dem Euro keine klaren Impulse verleihen. Die EZB hatte am Donnerstag deutlich gemacht, dass sie ihre lockere Geldpolitik unvermindert fortsetzen wird.

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(AWP)

 
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