Obwohl die Gemeinschaftswährung im Verhältnis zum Franken stärker notierte, bleibt sie klar unter der Schwelle von 0,99 Franken zurück. Am späten Abend wird das Euro-Franke-Paar mit 0,9861 gehandelt, nachdem 0,9828 am Morgen. Auch gegenüber dem Dollar notiert der Franken etwas schwächer bei 0,9648 Franken.

Der russische Gaskonzern Gazprom senkt die Lieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 weiter. Von diesem Mittwoch an werden laut Unternehmensangaben noch 20 Prozent täglich durch die wichtigste Versorgungsleitung nach Deutschland fliessen. Die Entscheidung wurde mit der Reparatur einer weiteren Turbine begründet.

Die Europäische Union und vor allem Deutschland sind stark abhängig von russischem Gas. An den Märkten wird ein vollständiges Ende der Gaslieferungen befürchtet, was die europäische Wirtschaft stark belasten würde. Die europäischen Gaspreise legten nach der Entscheidung zu.

Schwache Konjunkturdaten aus Deutschland hatten den Euro zuvor nicht belastet. Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigster Konjunkturindikator, trübte sich im Juli deutlich und über alle betrachteten Branchen ein. "Deutschland steht an der Schwelle zur Rezession", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

"Der massive Einbruch des Ifo-Geschäftsklimas spiegelt vor allem die Angst der deutschen Unternehmen vor einer Gaskrise wider", kommentierte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Das Ifo-Geschäftsklima deute auf einen Abschwung der deutschen Wirtschaft hin. "Wie schlimm es am Ende kommt, liegt leider vor allem in Putins Händen", so Krämer.

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(AWP)