Die Schlagzeilen der Sonntagspresse vom Sonntag, 6. Oktober 2019

Wichtige Schlagzeilen der Sonntagspresse in nicht verifizierten Meldungen:
06.10.2019 06:09

"SonntagsBlick" / "Le Matin Dimanche":

Die Überwachung der Mitarbeiter von Banken ist laut einer Meldung des "SonntagsBlick" bereits sehr weitgehend. Die Zeitung beleuchtet das Thema im Zusammenhang mit der Beschattungsaffäre der Credit Suisse. So setze die Grossbank CS zur Mitarbeiterüberwachung etwa Software des US-Konzerns Palantir ein und protokolliere das Verhalten ihrer Angestellten minutiös. Palantir scanne sämtliche E-Mails der Belegschaft, was helfe, gefährdeten Mitarbeitern frühzeitig auf die Schliche zu kommen. Von Datenschützern hiess es zu dem Thema gegenüber der Zeitung, dass Banken die Mittel zur Überwachung des Personals bereits intensiv einsetzten. Dieses Vorgehen sei allerdings heikel, falls die Überwachung einzig der Leistungskontrolle und Prüfung der Vertragstreue der Mitarbeiter dienen würde. "Le Matin Dimanche" zitiert zudem Rechtsgelehrte, die in die gleiche Kerbe schlagen. So erklärte ein Anwalt, dass das Ausspionieren eines Angestellten durch Privatdetektive in der Schweiz verboten sei. Von der CS hiess es bezüglich der Überwachung von Angestellten zum "SonntagsBlick", dass die Technologielösungen etwa von Palantir zur Abwehr von Finanzkriminalität eingesetzt würden.

"SonntagsBlick":

Der "SonntagsBlick" nimmt die Anwesenheit von Schweizer Politikern in der vergangenen Legislatur unter die Lupe und beruft sich dabei auf eine Analyse von politik.ch. Es wurden 4341 Beschlüsse zu sämtlichen Abstimmungen im Nationalrat der vergangenen vier Jahre ausgewertet. Spitzenreiter bei den Absenzen sei mit 1006 verpassten Abstimmungen der Zürcher SVP-Nationalrat und "Weltwoche"-Chef Roger Köppel. Er fehle, wenn sich das Parlament nur mit sich selbst beschäftige, sagte er gegenüber der Zeitung. Zudem spare er dem Steuerzahler dadurch Geld. Der Zürcher GLP-Nationalrat Martin Bäumle glänzte als Zweitplatzierter mit 946 fehlenden Abstimmungen. Danach folgen der Berner BDP-Nationalrat Hans Grunder mit 938 Absenzen und CVP-Präsident Gerhard Pfister mit 792 verpassten Abstimmungen. Auf der anderen Seite der Fahnenstange habe aber etwa die Berner SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler nur drei Abstimmungen verpasst.

"SonntagsZeitung":

FDP-Chefin Petra Gössi hat sich laut der "SonntagsZeitung" in dieser Woche bei der SRG über die Satiresendung "Late Update" von Moderator Michael Elsener beschwert. Die Politikerin soll direkt bei SRG-Chef Gilles Marchand interveniert haben. Sie habe einen Sketch aus der Sendung stossend gefunden, in dem die Forderung nach Eigenverantwortung mit dem fahrlässigem Gebrauch von Waffen verglichen werde. Mit der SRG habe sie aber nur über die allgemeinen SRF-Richtlinien, sagte Gössi zu der Zeitung. Nach ihrer Intervention bei SRG-Generaldirektor landete die Satire-Kritik über SRF-Chefin Nathalie Wappler aber offenbar doch beim Moderator Elsener, der dies als Maulkorb aufgefasst habe. Man habe ihm zu verstehen gegeben, dass Witze über die FDP nicht mehr erwünscht seien. Das Schweizer Fernsehen bestreitet dies allerdings gegenüber der "SonntagsZeitung".

"SonntagsBlick":

Die Verwalter der AHV verdienen laut dem "SonntagsBlick" mehr als etwa Grossbanker. So habe sich der Personalaufwand der öffentlich-rechtlichen Anstalt Compenswiss, die für die Verwaltung des AHV-Fonds zuständig ist, in den vergangenen zehn Jahren beinahe verdreifacht. 2008 habe eine Vollzeitstelle bei Compenswiss im Schnitt mit 210'000 Franken pro Jahr zu Buche geschlagen - im Jahr 2018 sei dieser Wert bereits auf 263'000 Franken gestiegen. Bei der Credit Suisse belaufe sich der Personalaufwand pro Kopf 2018 dagegen auf 211'000 Franken - bei der Grossbank UBS auf 241'000 Franken. Die Compenswiss-Medienstelle wehrt sich allerdings gegen den Vergleich. Die Zahlen zum Personalaufwand setzten sich sehr unterschiedlich zusammen und könnten nicht direkt miteinander verglichen werden, hiess es gegenüber dem "SonntagsBlick". Zudem beschäftige Compenswiss überwiegend Fachspezialisten und nur ganz wenige Hilfskräfte.

"NZZ am Sonntag":

Schweizer Spitäler rüsten sich laut der "NZZ am Sonntag" für Hackerangriffe. So richtete etwa das Unispital Basel ein spezielle IT-Sicherheitszentrum ein und schlossen sich der Melde- sowie Analysestelle des Bundes Melani an. Die Basler erhofften sich damit, frühzeitig von Attacken zu erfahren. Das Inselspital Bern brachte zudem kritische Systeme in getrennten Computer-Netzwerken unter, um sie sicherer zu machen. Obendrein sei nur ein Teil der Apparate durchgängig vernetzt, was Cyberangriffe erschwere. Der eidgenössische Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger warnte zudem in der Zeitung, dass internationale Untersuchungen zeigten, dass Spitäler zu den häufigsten Zielen von Cyberangriffen gehörten. Der Aufsichtsbehörde Swissmedic seien aber bisher keine Attacken auf Schweizer Spitäler gemeldet worden, hiess es.

"SonntagsZeitung":

Der Kanton Basel-Stadt ist laut der "SonntagsZeitung" mit seinen vielen Museen zunehmend überfordert. In zwei Gebäuden des Kunstmuseums habe es in diesem Sommer reingeregnet und ein Chagall-Gemälde habe notfallmässig vor dem einfliessenden Wasser gerettet werden müssen. Beim Historischen Museum habe zudem eine externe Studie festgestellt, dass ein Teil der Sammlung nicht mehr auffindbar sei. Obendrein habe eine Ausstellung ausgelagert werden müssen, weil der bauliche Zustand des Museums die wertvollen Objekte gefährdet hätte. Die zuständige Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann habe auf die Kritik nur insofern reagiert, indem sie einem unbequemen Museumsdirektor ein Redeverbot erteilt habe.

"NZZ am Sonntag":

Der Bankmanager und ehemalige Chef der Credit Suisse, Oswald Grübel, hat die Grossbank in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag" wegen des Umgangs in der aktuellen Krise kritisiert. Die Verteidigungslinie, dass der Konzernchef Tidjane Thiam nichts von der Beschattungsaffäre gewusst haben soll, würde dem Schweizer Finanzplatz schaden, sagte er. Ausländische Medien platzten nämlich vor Schadenfreude und im Geschäft, wo es vor allem um Kompetenz gehe, gebe es nichts Schlimmeres, als lächerlich dazustehen, führte der Manager weiter aus. Grübel forderte zudem, dass die Schweizer Grossbank künftig wieder von einem Schweizer geführt werden solle. Es sei zwar hilfreich, im globalen Geschäft internationale Angestellte mit globaler Erfahrung zu haben. "Aber die Schweizer Banken sind heute weniger global als 2009", erklärte er.

"SonntagsZeitung":

Die geplante CO2-Abgabe wird laut der "SonntagsZeitung" verstärkt Villenbesitzer treffen. Die Zeitung beruft sich dabei auf Berechnungen des Forschungsinstituts Infras. Familien aus den unteren Bevölkerungsschichten würden durch die neuen Steuern auf Benzin, Heizöl und Flugtickets lediglich mit 260 Franken im Jahr mehr belastet. Und dies auch nur, falls sie 12'000 Kilometer im Auto führen und in einer schlecht isolierten Wohnung lebten. Teuer würde dagegen für Eigentümer älterer Villen, wenn diese nicht bereit seien, die Heizung zu ersetzen und die Fenster zu isolieren, hiess es.

"NZZ am Sonntag":

Die Importe von Frischkäse aus dem Ausland steigen laut einer Meldung der "NZZ am Sonntag". So verdoppelten sich die Importe von Mozzarella und Streichkäse in den vergangenen zehn Jahren fast. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Studie der Westschweizer Forschungseinrichtung Beelong und Swiss Cheese Marketing. Demnach würden vor allem Spitäler, Kantinen und andere Grossrestaurants häufig Mozzarella servieren, den sie günstig im Ausland einkauften.

"SonntagsZeitung":

Die Polizei hat laut der "SonntagsZeitung" einen Drogenhändlerring mit rund 50 Jugendlichen im Visier. Die Luzerner Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen gegen Schüler, Lehrlinge und Studenten im Alter zwischen 16 und 21 Jahren aufgenommen. Sie sollen während Monaten im Darknet ein Drogennetzwerk betrieben haben. Schüler sollen während der Schulzeit mehrere illegale Substanzen und rezeptpflichtige Medikamente gleichzeitig konsumiert haben, schreibt das Blatt.

"Le Matin Dimanche":

Die Westschweizer Zeitung "Le Matin Dimanche" schreibt, dass der Markteintritt der Schweizerischen Post in Frankreich deutlich teurer war, als der bisher bekannte Verlust von 19 Millionen Franken beim Verkauf von Postauto Frankreich. Die Zeitung kommt in ihrer Rechnung auf mindestens 65 Millionen Franken. So habe die französische Tochtergesellschaft etwa einen Schuldenerlass von 25 Millionen Franken vorgenommen und der "Gelbe Riese" hätte sich auch bereiterklärt, sieben Millionen Franken für die Beilegung eines Rechtsstreits wegen unlauterem Wettbewerbs zu zahlen. "Le Matin Dimanche" schreibt, das Frankreich-Debakel der Post könnte sogar noch grösser sein, denn die Post gebe nicht alle Zahlen heraus.

(AWP)