Falcon Private Bank: Ex-Banker in Malaysia zu 7 Monaten Haft verurteilt

Im Rahmen der Korruptionsaffäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB ist ein Schweizer Banker von einem Singapurer Gericht wegen Geldwäsche zu sieben Monaten Haft verurteilt. Dem ehemaligen Leiter der Singapurer Niederlassung der Zürcher Falcon Private Bank hatte es im März 2013 unterlassen, verdächtige Transaktionen über 1,7 Mrd SGD (ca. 1,2 Mrd CHF) zu melden.
11.01.2017 11:30

Der 42-jährige ehemalige Banker wurde zudem zu einer Geldstrafe von 128'000 SGD verurteilt, nachdem er sich vor Gericht für schuldig erklärt hatte.

Im Rahmen der 1MDB-Affäre sind bereits drei frühere Singapurer Angestellte der Privatbank BSI in dem südostasiatischen Stadtstaat zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Die Falcon Private Bank, die einem Staatsfonds von Abu Dhabi gehört, sowie die BSI, die derzeit von der Schweizer Konkurrentin EFG International übernommen wird, mussten ihre Aktivitäten in Singapur wegen der 1MDB-Affäre einstellen.

Neben den singapurischen Behörden ermittelt auch die Schweizer Bundesanwaltschaft im Fall 1MDB. Im vergangenen Oktober hatte die Schweizer Behörde mitgeteilt, dass sie gegen die Falcon ein Strafverfahren eröffnet hat. Es bestehe der Verdacht auf Mängel in der internen Organisation der Bank, aufgrund derer die Bank mögliche Straftaten im Zusammenhang mit 1MDB nicht verhindern konnte, teilte die BA damals mit.

Im Zentrum des Skandals um den milliardenschweren malaysischen Staatsfonds 1MDB steht der malaysische Premierminister Najib Rezak, der sich mit dem Fonds bereichert haben soll. In Malaysia und in den USA wird darum gegen Rezak wegen Korruption ermittelt. In verschiedenen Ländern laufen Verfahren gegen Banken, die Rezak bei der Verschleierung der Geldspur geholfen haben sollen.

afp/fr/ra/cf

(AWP)