Presseschau vom Wochenende 20 (18./19. Mai)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
19.05.2019 17:52

ARBEITSMARKT I: Der Arbeitsmarkt boomt. Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen hat dieses Jahr die Marke von 200'000 erreicht. "Gross ist der Bedarf nicht nur bei Akademikern, sondern ebenso bei vielen handwerklichen Berufen", sagt Carole Kläy vom Jobradar x28 in der "NZZ am Sonntag". Dieser wertet alle online publizierten Stellenangebote aus. Besonders gesucht sind unter anderem Pflegefachkräfte, Elektromonteure, Software-Entwickler, Schreiner und Polymechaniker. Laut einer Studie der Universität Zürich herrscht aber nicht in allen Berufen ein Mangel an Fachkräften. Bei Jobs mit einer tiefen Qualifikation besteht im Gegenteil ein Überschuss an Stellensuchenden, so in der Reinigung, Körperpflege, dem Gastgewerbe und der Hauswirtschaft. Auch bei einfacheren administrativen Jobs verschärft sich das Überangebot an Arbeitskräften. Trotz der sinkenden Arbeitslosigkeit bleibt die Zahl der Langzeitarbeitslosen daher weiterhin hoch. Derzeit sind über 90'000 Personen seit mehr als einem Jahr auf Stellensuche. (NZZaS, S. 29)

ARBEITSMARKT II: Die Schweiz gilt als Beschäftigungswunder in einem von hoher Arbeitslosigkeit heimgesuchten Europa. Doch dieses Selbstbild stimmt nicht mehr mit der Wirklichkeit überein, wie die SonntagsZeitung schreibt. Denn gemessen an der Erwerbslosenquote gemäss Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) liegt die Schweiz bei 4,9 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik am Donnerstag mitteilte. Damit kann die Schweiz im internationalen Vergleich nicht mehr glänzen. Unter den Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) landet sie gerade mal im Mittelfeld: auf Rang 18 von 36. Vor fünf Jahren lag sie noch auf Rang 5 der OECD-Länder. Nur Südkorea, Norwegen, Japan und Mexiko wiesen damals eine tiefere Erwerbslosenquote aus. Die Schweiz ist aber nicht zurückgefallen, weil die Quote hierzulande gestiegen wäre. Vielmehr haben die anderen Länder kräftig aufgeholt. Die durchschnittliche Erwerbslosenquote in der OECD sank seit 2014 von 7,6 auf 5,3 Prozent. (SoZ, S. 37-38)

LAFARGEHOLCIM: Der Länderchef von LafargeHolcim in der Schweiz, Nick Traber, setzt die Konzernvorgaben um und hat Leute von der Zentrale in die Werke verlagert. Seinen Beton möchte der Manager nach wie vor lokal produzieren, eine Verlagerung steht nicht an, wie er in einem Interview gegenüber der "Finanz und Wirtschaft" sagte. Der Radius, in dem sich Auslieferungen lohnen, betrage maximal 200 Kilometer, führte er aus. "Knapp die Hälfte unseres Transports läuft über die Schiene. Mit dem Zug sind es circa 500 Kilometer", so der Länderchef. In Bezug auf die Strategie von Konzernchef Jan Jenisch sagte Traber, dass er diese auf die Schweiz adaptiert und eine dezentrale Organisation aufgebaut habe. "Das bedeutet etwa, dass wir jetzt eine verantwortliche Person für das Kies- und Betongeschäft in der Romandie haben", sagte er. Stellen abgebaut wurden in der Schweiz derweil primär in der lokalen Zentrale. "Wie viele genau, ist nicht öffentlich", sagte Traber jedoch. "Wir konnten aber einen grossen Teil über natürliche Fluktuation absorbieren." (FuW, Samstagsausgabe, S.10; siehe auch separate Meldung)

NESTLÉ: Bislang verkaufte Nespresso die Kapseln entweder im Onlineshop oder in den eigenen Boutiquen. Nun ändert das Unternehmen seine Strategie und bricht mit dem ursprünglichen Geschäftsmodell, wie die SonntagsZeitung schreibt. Denn schon bald gibt es die Nespresso-Kapseln auch im Detailhandel. "Wir machen es einfacher für Kunden, Nespresso zu kaufen", sagt Niels Kuijer, Chef von Nespresso Schweiz. In Filialen der Warenhauskette Manor und in Bäckereien im ganzen Land eröffnet das Unternehmen sogenannte N-Points. (SoZ, S. 43)

AIRBNB: Immer mehr Reisende buchen ihre Übernachtungen auf Airbnb. Gleichzeitig wächst das Angebot an Hotelbetten, Gästezimmern und Ferienwohnungen auf der Onlineplattform rasant. Über 35'000 Unterkünfte findet man in der Schweiz auf Airbnb. Doch der digitale Vermittler von Schlafgelegenheiten stösst vermehrt auf Widerstand, wie die SonntagsZeitung schreibt. Dieser betraf anfänglich vor allem die Innenstädte grosser Metropolen, wo der Wohnraum schon länger knapp ist. Nun stösst Airbnb auch in ländlichen Gebieten der Schweiz vermehrt auf Kritik. Interlaken beispielsweise hat im Dezember ein vorläufiges Verbot für den Bau von Zweitwohnungen sowie der Umnutzung von Erst- in Zweitwohnungen erlassen. (SoZ, S. 41)

MEDIKAMENTENPREISE: Die meisten Staaten handeln mit der Pharmaindustrie Rabatte und Rückvergütungen aus. Wer wie viel zahlt, bleibt geheim. Die Schweiz ist das einzige Land, das seine Rückvergütungen und Rabatte im Internet öffentlich macht. Damit sind die Auslandpreisvergleiche nutzlos geworden, mit denen die Länder die Medikamente unterziehen, bevor sie festlegen, zu welchem Preis das Gesundheitssystem die Arzneien vergütet. Das könnte sich nun ändern, wie die "SonntagsZeitung" schreibt. Morgen Montag beginnt in Genf die 72. World Health Assembly, das oberste Entscheidungsorgan der Weltgesundheitsorganisation. Auf der Tagesordnung steht eine Resolution, die Italien eingebracht hat und von der Schweiz und den USA unterstützt wird. Sie will Schluss machen mit dem Versteckspiel bei den Medikamentenpreisen - und nicht nur dort. "Die Resolution will in insgesamt vier Gebieten die Transparenz erhöhen: -Medikamentenpreise, Forschungsaufwand, klinische Studien und Patente", bestätigt Nora Kronig Romero, Leiterin der Abteilung Internationales im Bundesamt für Gesundheit, die als Botschafterin die Schweiz vertritt. Die Schweizer Pharmalobby Interpharma will von der Resolution nichts wissen. "Sie würde zu einer Preiskonvergenz zu Lasten der ärmeren Länder führen, indem in relativ wohlhabenderen Ländern die gleichen Preise gefordert werden wie in Niedrigpreisländern", lässt der Verband verlauten. Die Preise würden sich in der Mitte einpendeln, ärmeren Ländern drohe so ein erschwerter Zugang zu Medikamenten. (SoZ, S. 40)

HÖHERE LÖHNE: Die Vergütungen bei den Löhnen bei den Chefs von Krankenkassen in der Schweiz sind gestiegen. Mit einem Lohn von 810'000 Franken ist Daniel Schmutz, Chef der Helsana, 2018 der Top-Verdiener, wie ein Artikel der "Schweiz am Wochenende" zeigt. Der zweite und dritte Platz gehen an die CSS-Chefin Philomena Colatrella und den Assura-Chef Ruedi Bodenmann. Auffallend sei die Veränderung der Löhne im Vergleich zu 2017. Bei neun der zwölf grössten Versicherer sind die Chefsaläre gestiegen. Nur die Groupe Mutuel und die ÖKK haben weniger ausbezahlt. Bei der Basler Sympany sei ein Vergleich nicht möglich, da das Unternehmen einen Chefwechsel hinter sich hat (SaWo, S. 13).

SUNRISE: Der Chef des Schweizer Telekomkonzerns Sunrise setzt auf den Ausbau des 5G-Netzes in der Schweiz. "Wir wollen gerade Kunden in ruralen Gebieten, wo es kein Glasfasernetz gibt, schnelles Internet liefern", sagte der gebürtige Niederländer Olaf Swantee in einem Interview mit der "Samstagsrundschau" von SRF. Bisher gebe es 173 Ortschaften, die der Telekomprovider bereits mit einem solchen Netz der neuen Generation ausgestattet habe. Ausserdem habe er inzwischen neue Handys im Angebot, die den Standard unterstützen. Swantees Gegner fordern allerdings, den 5G-Ausbau zu unterlassen bis gesundheitliche Fragen geklärt sind. "Wir nehmen diese Kritik zur Kenntnis", sagte der Firmenchef. "Ich betone aber, dass der Ausbau im Rahmen der bestehenden Strahlenschutzverordnung erfolgt", führte er aus. Weiter äusserte sich der Sunrise-Chef im Interview zur Zusammenarbeit mit dem Telekom-Konzern Huawei aus China, der in den USA derzeit in Ungnade gefallen ist. "Dank dieser Partnerschaft können wir unseren Kunden ein ausgezeichnetes Netz anbieten", sagte er. Schliesslich ging Swantee noch auf die geplante Übernahme von UPC ein. Denn der CEO braucht gut 4 Milliarden frisches Kapital, um die Kabelnetzbetreiberin übernehmen zu können. Man habe mit der Übernahme die Möglichkeit, die eigene Infrastruktur im Internet-Bereich auszubauen, versuchte er den Kauf daher schmackhaft zu machen. "Wir könnten bis zu 90 Prozent der Schweizer Haushalte ein Hochbreitband-Produkt anbieten", betonte er. (SRF, Samstagsrundschau)

kw/

(AWP)

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