Presseschau vom Wochenende 36 (5./6. September)

Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
06.09.2020 17:45

CREDIT SUISSE: Die Grossbank kommt nicht zur Ruhe. Laut der "SonntagsZeitung" verdichten sich die Hinweise, dass es neben den Beschattungen des frühen Vermögensverwaltungschefs Iqbal Khan und des ehemaligen Personalchefs Peter Goerke zu zwei weiteren Observierungsfällen gekommen ist. Eine der Überwachungen soll in den USA stattgefunden haben, die andere in Asien. Sie hätten sich nicht gegen aktive Mitglieder der Geschäftsleitung der Bank gerichtet, schrieb die Zeitung mit Verweis auf Insider. Beim Fall in den USA sei es um den ehemaligen Co-Leiter des Investmentbankings, Gaël de Boissard, gegangen. Zum Fall in Asien wurde kein Name genannt. Die CS verwies auf Anfrage auf die letzte Woche im Zusammenhang mit der Finma-Untersuchung gemachten Aussagen. (SoZ, S. 31)

COOP: Coop war der eigentliche Auslöser für die am Donnerstag eingeleitete Kartelluntersuchung der Wettbewerbskommission gegen Detailhändler wie Spar, Manor und Volg, wie die "SonntagsZeitung" schrieb. Lieferanten erstatteten demnach erst Anzeige gegen die Händler und die Inkasso-Firma Markant, nachdem auch Coop bekannt gab, sich diesem System anzuschliessen. Auch gegen Coop gingen Anzeigen bei der Weko ein. Coop stehe aber vorerst unter dem Status Marktbeobachtung, hiess es laut der Zeitung bei der Behörde. (SoZ, S. 36)

POSTFINANCE: Laut Informationen der "Finanz und Wirtschaft" will Postfinance ab nächstem Jahr schon auf Guthaben ab 100'000 Franken Negativzinsen erheben. Ziel der Massnahme sei es, dass Kunden ihr Geld abziehen würden. Die Rede ist von Kundengelder im Umfang von 30 Milliarden Franken, welche abfliessen sollen. Das Institut erhofft sich laut der "FuW" davon, dass es nach diesem Schrumpfkurs nicht mehr als systemrelevant angesehen werde - und das Eigenkapital in einem geringeren Ausmass aufbauen muss. Abgesehen davon gibt es laut dem Zeitungsbericht schon interne Turnaround-Pläne, sofern die Revision des Postorganisationsgesetzes scheitere. (FuW, S. 1)

ARBEITSMARKT I: Der Schweizer Arbeitsmarkt dürfte laut der "SonntagsZeitung" mit einem blauen Auge aus der Corona-Pandemie davonkommen. Sie zitierte eine Umfrage des Bundesamtes für Statistik bei 18'000 Unternehmen, wonach 71 Prozent der Firmen ihren Personalbestand im dritten Quartal 2020 beibehalten wollen. 9 Prozent wollten ihn erhöhen und 7 Prozent planten einen Stellenabbau. Insgesamt 13 Prozent wollten sich nicht äussern. Die positive Entwicklung spiegelt sich gemäss dem Bericht im Arbeitsmarkt wider. Von Juni bis August sei die Zahl der ausgeschriebenen Stellen von 26'500 auf knapp 40'000 gestiegen. Das zeige eine Auswertung zum Rekrutierungsverhalten aller Schweizer Firmen durch die beiden Datenfirmen Novalytica und X28. Zwar liege die Zahl der offenen Stellen klar hinter dem Vorjahr zurück. Doch es zeichne sich eine Erholung ab. (SoZ, S. 32)

ARBEITSMARKT II: Trotzdem zeigt sich laut der "SonntagsZeitung", dass junge Menschen in der Schweiz die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie besonders hart zu spüren bekommen. Bereits heute seien fast 2'500 Lehrabgänger arbeitslos. "Es ist schwieriger geworden nach einer beruflichen Grundbildung eine Stelle zu finden oder nach einer Lehrvertragsauflösung eine Lehrstelle", schrieb die Task-Force Perspektive Berufslehre des Bundes, wie die Zeitung berichtete. (SoZ, S. 10)

GESUNDHEITSWESEN: Bei den Schweizer Spitälern ist der erwartete Aufholeffekt nach Aufhebung des Behandlungsverbots ab 27. April bis Ende Juni ausgeblieben. Das bringt die Spitäler in Erklärungsnot, wie die "NZZ am Sonntag" gestützt auf Aussagen des Spitalverbandes H+ schrieb. Der Schluss liege nahe, dass viele der geplanten Eingriffe nicht nötig gewesen seien, sagte zum Beispiel die CVP-Nationalrätin Ruth Humbel. Hätte man medizinisch etwas verpasst, würden die Patienten längst ihre Behandlungen einfordern. Humbel sei nicht allein mit dieser Feststellung. Die Mitte-Fraktion fordere eine Analyse, inwiefern durch das Behandlungsverbot unnötige Eingriffe verhindert worden seien. (NZZaS, S. 12)

PFLANZENSCHUTZMITTEL: Das Bundesamt für Landwirtschaft hat seit Anfang Jahr 33 gefährliche Pflanzenschutzmittel verboten. Das sind mehr als je zuvor in einem vergleichbaren Zeitraum, wie die "NZZ am Sonntag" schrieb. Die Verbote seien eine Folge davon, dass die EU viele Pestizide schon Jahre zuvor aus dem Verkehr gezogen habe. Aber auch der Druck der Öffentlichkeit gegen die flächendeckende Verwendung von Pflanzenschutzmittel wirke sich aus. (NZZaS, S. 11)

CORONA-STEUER: Die SP nimmt die von KOF-Leiter Jan-Egbert Sturm eingebrachte Idee auf, das Loch in der Staatskasse wegen der Corona-Pandemie durch Steuererhöhungen für jene Firmen zu stopfen, die trotz der Rezession noch Gewinne erzielen. Um die Schulden zu tilgen, schlägt die SP einen Steuerzuschlag von 3 Prozent auf den Unternehmensgewinn vor, wie "Le Matin Dimanche" und der "SonntagsBlick" berichteten. Der Zuschlag solle ab 2022 für einen Zeitraum von fünf Jahren eingeführt werden. Die Partei wird in der Herbstsession einen entsprechenden Antrag stellen. (SonntagsBlick, Le Matin Dimanche)

KLIMASCHUTZ: Die Kampagnenorganisation "CEO4Climate" hat sich von einer kleinen Gruppe grüner Unternehmer zu einer potenten Lobbyorganisation mit namhaften Vertretern von über 400 zum Teil mächtigen Grossunternehmen entwickelt - darunter solche von Novartis oder Implenia. Jetzt will sie mit einer Grossaktion eine Verwässerung des C02-Gesetzes im Parlament und ein Referendum gegen das Gesetz verhindern, wie die "SonntagsZeitung" schrieb. Pikant: Bei "CEO4Climate" machen Firmen und Unternehmer mit Führungspositionen in den grossen Wirtschaftsverbänden mit, die wiederum das CO2-Gesetz bekämpfen oder mindestens abschwächen wollen. (SoZ, S. 8)

GEWERBEVERBAND: Sollte der der Gewerbeverband ein Referendum gegen das CO2-Gesetz unterstützen, droht ein heftiger Konflikt mit Mitgliedverbänden, die für einen stärkeren Klimaschutz eintreten. "Wir haben uns in der letzten Zeit immer wieder gefragt, ob wir durch den Gewerbeverband wirklich noch gut vertreten werden", sagte Gabriela Schlumpf, Direktorin des Verbandes Holzbau Schweiz, der "NZZ am Sonntag". Mit EIT.swiss, der Organisation der Elektrobranche, und dem Gebäudetechniker-Verband Suissetec äusserten sich zwei weitere Mitglieder in der Zeitung ähnlich. (NZZaS, S. 27)

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(AWP)

 
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