SNB-Präsident Jordan: Franken bleibt hoch bewertet und überbewertet

Eine Änderung der Geldpolitik ist für die Schweizerische Nationalbank (SNB) derzeit kein Thema. "Die Inflation ist immer noch sehr tief, die Produktionskapazitäten sind nicht voll ausgelastet und die Zinsdifferenz zu Anlagen im Ausland sind immer noch sehr gering", sagte Direktionspräsident Thomas Jordan am Donnerstag in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen SRF.
14.09.2017 12:37

"Wir müssen mit unserer Geldpolitik weiterfahren", folgerte der SNB-Chef. Es gebe "überhaupt keinen Anlass", davon abzurücken. Jordan hielt zudem fest, dass der Schweizer Franken heute immer noch teuer sei. "Der Franken ist hoch bewertet, überbewertet", sagte er. Und: "Wir haben eine sehr fragile Situation am Devisenmarkt."

Die SNB hatte am Morgen an ihrer aktuellen Geldpolitik festgehalten und - als einzige Überraschung - ihre Wortwahl mit Blick auf die Wechselkurse etwas abgeschwächt. Es war nicht mehr die Rede von einem "deutlich überbewerteten" Franken. Er sei "weiterhin hoch bewertet", erklärten die Notenbanker diesmal.

Die "deutliche" Überbewertung habe sich zuletzt etwas abgeschwächt, sagte Jordan hierzu dem SRF vor allem mit Blick auf den steigenden Eurokurs. Er fügte aber auch gleich an: "Wir müssen jetzt auch einmal abwarten, wie nachhaltig diese Entwicklung ist."

ra/rw

(AWP)