Untersuchung gegen Implenia und andere Tiefbauunternehmen in Wien

(Meldung um Hintergrund erweitert) - Implenia ist offenbar in einen Tiefbau-Korruptionsskandal in Österreich verwickelt. Gegen die Implenia Baugesellschaft GmbH in Wien läuft eine Untersuchung der österreichischen Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Das Unternehmen sei im Rahmen der Untersuchung gegen rund 20 Tiefbauunternehmen am Dienstag von Behördenvertretern "kontaktiert" worden, heisst es in einer Medienmitteilung des Baukonzerns vom Donnerstag.
11.05.2017 08:38

Dabei gehe es um zwei kleinere Projekte aus der Zeit der Bilfinger Baugesellschaft, die 2015 in die Implenia Gruppe integriert wurde, heisst es weiter. Im Fokus würden dabei zwei in diese Projekte involvierte Personen stehen, die jedoch seit längerem nicht mehr für Implenia tätig seien. Das Unternehmen kooperiere mit den Behörden in Wien und habe ihre uneingeschränkte Unterstützung bei den laufenden Abklärungen zugesichert, so die Mitteilung weiter.

RAZZIEN BEI BAUUNTERNEHMEN

Bei den Untersuchungen war es in Österreich etwa zu Hausdurchsuchungen bei Porr, Strabag und weiteren Firmen in ganz Österreich gekommen. Laut Medienberichten letzter Woche wird den Unternehmen vorgeworfen, über Jahre hinweg untereinander abgesprochene Scheinangebote für Projekte vorgelegt zu haben. Die Gesamtsumme aller Bauaufträge, die von den Ermittlern untersucht werden, wird dabei auf 100 Mio EUR beziffert.

Bei den betroffenen Tiefbauprojekten soll es sich unter anderem etwa um Bauaufträge bei der Pyhrnautobahn, der Südautobahn und der Koralm-Bahnstrecke handeln. Die Aktien der börsenkotierten Porr und Strabag waren am Freitag an der Wiener Börse massiv unter Druck geraten und hatten zeitweise mehr als 10% verloren. Ausgelöst wurden die Ermittlungen den Berichten zufolge durch Aussagen eines Prokuristen einer der betroffenen Unternehmen.

yr/ra

(AWP)