Investments - Ein Leitfaden für eine erfolgreiche Anlagestrategie

Welche grundlegende Schritte und Überlegungen zu einer guten Anlagestrategie führen.
08.05.2019 17:48
Wer investiert, muss sich vorher einen Plan zurechtlegen.
Wer investiert, muss sich vorher einen Plan zurechtlegen.
Bild: Unsplash

Verrate mir deine Anlagestrategie und ich sage Dir, wer Du bist. Eine gute Anlagestrategie erfordert eine seriöse Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenssituation. Lesen Sie, welche Schritte dazu erforderlich sind. Hier eine Anleitung:

Das Anlageziel

Nur wer weiss, welche Ziele er eigentlich verfolgen will, kann eine treffende Anlagestrategie entwickeln. Die Motive um Geld anzulegen, sind vielschichtig, zum Beispiel:

• Eine langfristige Existenzsicherung aufbauen um später von den Erträgen des Vermögens zu leben.
• Das Vermögen optimieren, wobei das vorrangige Anlageziel die Sicherung des bestehenden Vermögens ist.
• Mit einer zusätzlichen Altersvorsorge den Ruhestand finanziell absichern.
• Gezielt Geld anlegen, um sich später eine Anschaffung zu leisten.

Der Anlagehorizont

Der Zeitspanne, die Ihnen für die Zielerreichung zur Verfügung steht, kommt eine wichtige Bedeutung bei der Entwicklung einer individuellen Anlagestrategie zu. Sie grenzen damit den Mix an möglichen Anlageinstrumenten ein. Die Tabelle gliedert den Anlagehorizont und nennt dazu passende Anlageformen:

Anlagehorizont

Zeitraum

Anlageformen

Kurz

< 3 Jahre

Sehr schnell liquidierbare, risikoarme Anlagen wie Geldmarkt- und Obligationenfonds

Mittelfristig

3 – 7 Jahre

Fonds, Fondssparpläne, kurzlaufende Anleihen, teilweise auch Aktien möglich

Langfristig

> 7 Jahre

Ausnutzung aller Anlageformen wie langlaufende Anleihen, Aktien, strukturierte Produkte (derivative Instrumente) möglich

Anlageziele und Anlagehorizont zusammen ergeben die Risikofähigkeit. Je höher die Risikofähigkeit ist, desto mehr Freiheitsgrade ergeben sich bei der Auswahl der möglichen Anlageprodukte, die für das Portfolio in Frage kommen können.
 

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Die Risikobereitschaft

 

Nebst der Risikofähigkeit haben Sie aber auch Ihren Risikoappetit oder Ihre Risikobereitschaft zu berücksichtigen. Eine hohe Risikofähigkeit, die Ihnen erlauben würde, stark schwankende Anlagen zu kaufen, ist keine passende Idee, wenn Sie deswegen nicht mehr schlafen können. Ihr Anlegertemperament spielt deshalb bei der Anlageauswahl auch eine wichtige Rolle.

Die Einschätzung Ihrer persönlichen Risikobereitschaft ist mit den Charakteristiken der einzelnen Anlageformen zu verbinden. Am besten bildet man dazu Risikoklassen. Es gilt: je höher die Risikoklasse und damit auch die Risikobereitschaft eines Anlegers, desto höher ist die Verlustwahrscheinlichkeit und desto größer sollte auch Ihre Anlageerfahrung sein. Nachfolgende Tabelle zeigt ein gängiges Beispiel, wie einzelne Risikoklassen gebildet werden können:
 

Risikoeinstufung

Anlageinstrumente

Anlageziel

Risikoklasse 1

Geldmarktfonds, Festgeld, Tagesgeld, Termingelder, Spareinlagen

langfristiger und sicherer Vermögensaufbau mit Verzinsung auf Geldmarktniveau

Risikoklasse 2

festverzinsliche Wertpapiere mit guter Bonität, Frankenobligationen, geldmarktnahe Fonds, offene Immobilienfonds in Franken

Risikobewusster, langfristiger Vermögensaufbau mit Ertragserwartung über dem Zinsniveau des Geldmarktes

Risikoklasse 3

Fremdwährungsanleihen guter Bonität, Aktienfonds, Blue Chip Aktien, gemischte Fonds

wachstumsorientierter Kapitalaufbau unter Berücksichtigung der Kurs- und Kapitalrisiken aus eventuell auftretenden Kursverlusten oder Währungsschwankungen

Risikoklasse 4

wie Risikoklasse 3, zuzüglich High Yield Bonds, Zertifikate und strukturierte Produkte

Spekulativer Vermögensaufbau unter Nutzung von Instrumenten mit Hebelwirkung zur überdurchschnittlichen Partizipation an Marktbewegungen, Absicherung bestehender Portfolios

Risikoklasse 5

wie Risikoklasse 4, zuzüglich Optionen und Futures

Hochriskante Spekulation zur Erzielung sehr hoher Renditen bei gleichzeitig extrem hohem Verlustrisiko (Nachschusspflicht bei Derivaten)

Banken und Finanzberater haben Hilfsmittel entwickelt die es erlauben, die eigene Risikofähigkeit und Risikobereitschaft mittels strukturiertem Fragebogen zu ermitteln. 

Mit der Kenntnis der eigenen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft ist man gerüstet, das konkrete Wertschriftenportfolio zusammenzustellen. In der Praxis wird dies für die meisten Anleger bedeuten, dass sie sich einen Umsetzungsvorschlag vom Anlageberater erstellen lassen.