«Ich habe mich damals korrekt verhalten», sagte sie vor den Medien. Dies sei nun auch vom Gericht so bestätigt worden. Das Verfahren, das neun Jahre dauerte, bezeichnete sie als «zeitweise sehr belastend». Sie sei froh, dass dieses Kapitel abgeschlossen sei. «Ich werde aber nie vergessen, dass beim Bergsturz acht Menschen gestorben sind.»
Das Verfahren habe jedoch auch gezeigt, dass über die Zuständigkeiten von Gemeinden und Kanton gestritten werde. «Die Gemeinden sind schlicht nicht in der Lage, Naturkatastrophen vorauszusehen und Gefahren einzuschätzen», zeigte sie sich überzeugt. Dafür habe der Kanton Spezialisten und die erforderlichen Mittel. «Sie sollen die Gemeinden unterstützen.»
Das Regionalgericht Maloja begründete den Freispruch für Giacometti damit, dass diese keine Geologin sei. Sie habe sich auf die Einschätzung der Experten stützen müssen.
Beim Bergsturz im August 2017 verloren acht Berggänger ihr Leben. Zu verantworten hatten sich im Prozess zwei Kantonsvertreter, ein externer Geologe sowie zwei Vertreter der Gemeinde Bregaglia - unter anderem die ehemalige Gemeindepräsidentin und heutige FDP-Nationalrätin Anna Giacometti. Die Staatsanwaltschaft forderte für alle fünf Beschuldigte bedingte Geldstrafen.
(AWP)
