Der 80-jährige Lula strebt seine vierte Amtszeit an. «Solange ich lebe, werde ich nicht zulassen, dass die Rechte zurückkehrt», begründete der Kandidat der Arbeiterpartei (PT) im städtischen Stadion von Sao Bernardo do Campo sein erneutes Engagement, wie auf dem Livestream von «TV O Povo» zu hören war.

Lula versprach, die Sozialprogramme der Regierung fortzusetzen, und kündigte an, geschlechtsspezifische Gewalt sowie das organisierte Verbrechen zu bekämpfen.

Der Ort der Kundgebung war bewusst gewählt. An dem Industriestandort südlich von Sao Paulo hatte Lula einst als Metallarbeiter von Volkswagen gearbeitet und 1979 als Gewerkschaftsführer einen Streik angeführt.

Bolsonaro attackiert Lula

Herausforderer Flávio Bolsonaro wählte für seine Auftaktveranstaltung den Copacabana-Strand von Rio de Janeiro. Dort hatte bereits sein Vater, der wegen versuchten Putschversuchs zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilte Ex-Präsident Jair Bolsonaro, grössere Menschenmengen versammelt.

Der Herausforderer warf Lula vor, die Verschuldung Brasiliens erhöht, staatliche Unternehmen geschädigt und den Kampf gegen kriminelle Organisationen vernachlässigt zu haben. «Ich werde die Souveränität Brasiliens wiederherstellen», versprach der 45-jährige Senator der Liberalen Partei (PL) mit Blick auf die Sicherheit in dem südamerikanischen Land.

Die Demoskopen erwarten ein knappes Rennen. Für eine eventuelle Stichwahl sieht das Meinungsforschungsinstitut «Quaest» Lula bei 43 und Bolsonaro bei 40 Prozent. Weiteren Bewerbern werden keine Chancen eingeräumt./mch/DP/zb

(AWP)