Die Inflationsrate ist so hoch wie seit Oktober 2025 nicht mehr. Im August hatte die Jahresrate nur 3,1 Prozent betragen und im Juli 2,9 Prozent. Analysten hatten für September einen weiteren Anstieg der Teuerung erwartet, waren aber im Schnitt nur von einer Jahresrate von 3,4 Prozent ausgegangen. Im Monatsvergleich stiegen die britischen Verbraucherpreise um 0,4 Prozent und damit ebenfalls etwas stärker als erwartet.

Angetrieben wurde die Inflation vor allem durch einen Anstieg der Kosten für Treibstoffe, wie es in der Mitteilung heisst. Die Kernrate der britischen Inflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden, stieg im September auf 2,8 Prozent von zuvor 2,6 Prozent. Dies war von Analysten erwartet worden.

Für britische Haushalte zeichnet sich eine weitere finanzielle Belastung ab: Die Regulierungsbehörde hat die Preisobergrenze für Energiekosten im Oktober weiter angehoben. Die Bank of England erwartet, dass die Inflationsrate Anfang 2027 die Marke von 4 Prozent überschreiten wird.

Die Teuerung entfernt sich damit weiter vom Inflationsziel der Notenbank, das bei zwei Prozent liegt. Es wird allgemein erwartet, dass die Währungshüter bei ihrer nächsten Sitzung am 5. November die Zinsen anheben werden - es wäre die erste Erhöhung seit 2023. Die Kombination aus einem Wirtschaftswachstum sowie einer steigenden Kern- und Dienstleistungsinflation «lässt eine Zinserhöhung im November mittlerweile als ausgemachte Sache erscheinen», sagte David Rees, Leiter für globale Wirtschaft bei der Fondsgesellschaft Schroders.

Am Devisenmarkt stieg der Kurs des britischen Pfunds nach den Inflationsdaten auf ein Tageshoch bei 1,34 US-Dollar./jkr/la/stk

(AWP)