Besonders in der Bundesrepublik hätten XXXLutz und Porta eine besonders starke Stellung im Bereich der Möbel-Discounter. Viele ihrer Filialen konkurrieren laut Kommission in denselben Regionen um Kunden. Falle der gegenseitige Wettbewerbsdruck weg, drohten höhere Preise und weniger Auswahl für Kunden, so die Sorge der Behörde.
EU-Kommission sieht mögliches Problem auch für Hersteller
Auch auf der Beschaffungsseite sieht die Kommission Risiken für die Märkte in Deutschland, Tschechien, Slowakei und Polen. XXXLutz sei bereits ein wichtiger Kunde für Möbelhersteller und verfüge über erhebliche Einkaufsmacht.
Würden auch die Porta-Marken Teil von XXXLutz, fiele einer der wenigen grossen alternativen Abnehmer weg, heisst es in der Mitteilung. Die Kommission will demnach nun prüfen, ob Lieferanten dadurch stärker vom fusionierten Unternehmen abhängig würden.
Die Brüsseler Behörde hat bis zum 25. Februar 2027 Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Die nun ausgeweiteten Ermittlungen bedeuten nicht, dass die Übernahme am Ende untersagt wird.
Übernahme zu spät in Brüssel angemeldet?
Bereits im Juli hatte die Kommission eine Untersuchung gestartet. Die Wettbewerbshüter verdächtigen die Unternehmen, mit der Durchführung der Übernahme nicht abgewartet zu haben, bis eine Genehmigung dafür vorliegt.
Das Vorhaben war nach Kommissionsangaben erst am 7. September dieses Jahres in Brüssel angemeldet worden. Die geplante Transaktion zwischen XXXLutz und Porta sei demnach aber bereits Anfang Januar 2025 öffentlich bekanntgegeben worden.
Bis zur Freigabe dürfen die beteiligten Unternehmen laut EU-Regeln keine Massnahmen ergreifen, die zu einem faktischen Kontrollwechsel führen - etwa die Abstimmung von Geschäftsabläufen oder den Austausch sensibler und wettbewerbsrelevanter Informationen.
Die EU-Kommission hatte nach eigenen Angaben aber Hinweise, wonach XXXLutz und Porta möglicherweise gegen diese sogenannte Stillhalteverpflichtung verstossen hätten.
Auch Home24 und Roller gehören zu XXXLutz
Die deutsche Möbelindustrie hatte im vergangenen Jahr angesichts der geplanten Übernahme von einer «dramatischen Nachricht» gesprochen. «Käme dieser Kauf zustande, würde sich die ohnehin schon hohe Konzentration im deutschen Möbelhandel weiter verschärfen und eine bedrohliche Grössenordnung erreichen», hiess es in einer Reaktion der Verbände der deutschen Möbelindustrie.
Die XXXLutz-Unternehmensgruppe, zu der auch Roller, Home24, Mömax und Poco gehören, ist nach eigenen Angaben einer der weltweit grössten Möbelhändler. Porta gibt es seit 1965. Damals wurde das erste Einrichtungshaus in der Nähe von Porta Westfalica errichtet./tre/DP/he
(AWP)
