«Insbesondere das Niedrigwasser am Rhein bremst im laufenden Quartal die Aktivität», heisst es im Monatsbericht. Nach einem sehr heissen Sommer mit kaum Niederschlägen führen grosse deutsche Flüsse weiterhin vergleichsweise wenig Wasser, wodurch die Binnenschifffahrt nur eingeschränkt möglich ist. Dies habe sich im Juli in einer schwachen Industrieproduktion gezeigt, schreiben die Bundesbank-Experten. Auch die Exporte hätten im dritten Quartal voraussichtlich weniger zum Wachstum beigetragen.
Darüber hinaus dürfte auch der private Konsum verhalten bleiben, nachdem der Tankrabatt den Einzelhandel zu Beginn des dritten Quartals deutlich belastet habe. «Darüber hinaus reduzierten die hohen Energiepreise die Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher und deren Ausgaben auch für andere Waren», heisst es im Monatsbericht.
Generell wird die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank durch «temporäre Belastungsfaktoren» zeitweise gebremst. Sobald sich die Belastungsfaktoren auflösen, sollten Aufholeffekte einsetzen. «Im vierten Quartal sollte die deutsche Wirtschaft wieder stärker zulegen.» Es werden dabei aber auch darauf ankommen, wie sich der Konflikt im Nahen Osten entwickelt und wie schnell sich die Pegelstände wichtiger Wasserstrassen normalisieren.
Zuletzt hatte führende Forschungsinstitute ihre Prognosen für die deutsche Wirtschaft wegen anziehender Exporte und der staatlichen Milliardenausgaben angehoben. Das Ifo-Institut etwa erwartet für 2026 ein Wachstum um 1,4 Prozent. 2025 hatte das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,2 Prozent zugelegt./jkr/men
(AWP)
