Für das dritte Quartal 2026 rechnen die Volkswirte der Bundesbank allerdings nicht einmal mehr mit einem minimalen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Erholung der deutschen Wirtschaft sei damit nach einem positiven ersten Halbjahr «vorübergehend unterbrochen».
Ausschlaggebend dafür seien «temporäre Belastungsfaktoren», vor allem das Niedrigwasser im Rhein, das die Lieferketten der Industrie belastet. Auch der Aussenhandel habe sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte spürbar schwächer gezeigt: «Die niedrigen Pegelstände dürften durch die Beschränkungen der Binnenschifffahrt auch den Aussenhandel über europäische Häfen weiterhin negativ beeinflussen.»
Der private Konsum wird durch die erhöhte Inflation gebremst. Vor allem hohe Energiepreise sind für Verbraucher derzeit eine Belastung, der damalige Tankrabatt war nach zwei Monaten Ende Juni ausgelaufen. Nach Einschätzung der Bundesbank dürften vom privaten Konsum im dritten Quartal insgesamt kaum Wachstumsimpulse ausgegangen sein.
Und die Teuerungsrate wird demnach vorerst erhöht bleiben: «Die Verteuerung von Energie dürfte trotz der befristeten Wiedereinführung des Tankrabatts für die Monate Oktober bis Dezember auf sehr hohem Niveau verbleiben.»
Eine erste Schätzung zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im Zeitraum Juli bis September wird nächste Woche Freitag (30.10.) vom Statistischen Bundesamt erwartet. In den ersten beiden Quartalen hatte es eine Zunahme der Wirtschaftsleistung von 0,4 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent gegeben./jkr
(AWP)
