«Wenn Lieferketten zu politischen Spielbällen werden, wenn der Zugang zu Schlüsseltechnologien behindert wird oder wenn Bemühungen zur Sicherung von Rohstoffen eher einer Machtdemonstration als einer fairen Partnerschaft dienen, gefährdet dies Wachstum, Wohlstand und letztendlich die Sicherheit ganzer Regionen», sagte Merz. Solche Handelspraktiken werden vor allem China vorgeworfen.

Erneut schlug Merz die Bildung einer Allianz gleichgesinnter Staaten für freien Welthandel vor, die neben der weitgehend handlungsunfähigen Welthandelsorganisation entstehen soll. Ausserdem tritt der Kanzler für eine Verknüpfung der zahlreichen Freihandelsabkommen der EU vor und den Abschluss neuer Abkommen mit Staatenbünden wie Asean oder der Transpazifischen Partnerschaft.

Rund 1000 Wirtschaftsvertreter bei Asien-Pazifik-Forum

Merz hatte bei seiner fünftägigen Asien-Reise auch schon in Singapur und Japan für ein globales Freihandels-Netzwerk geworben. Südkorea ist die letzte Station. An der Asien-Pazifik-Konferenz nehmen rund 1000 Wirtschaftsvertreter aus Deutschland und dem indopazifischen Raum teil. Am Rande des Besuchs sollen zahlreiche Unternehmensvereinbarungen insbesondere im Startup- und KI-Bereich unterzeichnet werden.

«Deutsche Unternehmen nutzen Korea als zentralen Knotenpunkt, um ihre Präsenz im asiatisch-pazifischen Raum auszubauen», sagte Südkoreas Ministerpräsidentin Han Seong Sook bei der Konferenz. Angesichts tiefgreifender Veränderungen in der Weltwirtschaft gewinne die globale Vernetzung zunehmend an Bedeutung. Han betonte drei Felder, in denen sie auf verstärkte Kooperation mit Deutschland hofft: Batterieproduktion, Halbleiter sowie bei der KI-gestützten Transformation der Industrieproduktion./mfi/DP/zb

(AWP)