Rösti sprach am Montagabend in Fisibach AG den Dank aus, dass die Region ein national wichtiges Projekt mittrage. Auch kritische Fragen wolle er direkt entgegennehmen. Der persönliche Austausch sei ihm wichtig. An der Infoveranstaltung nahmen mehr als 400 Personen teil.
Es gehe darum, miteinander im Gespräch zu sein und zu bleiben, hielt der Energieminister fest. Die sichere Entsorgung sei eine gesamtschweizerische Verantwortung. Diese dürfe nicht den kommenden Generationen überlassen werden.
Rösti machte mehrfach klar, alles geschehe «transparent, schrittweise und mit der Bevölkerung». Es gehe darum, den sichersten Standort in der Schweiz zu bestimmen.
Der Bundesrat wird laut Rösti in Kenntnis der kritischen Einwände den Standortentscheid fällen, voraussichtlich im Jahr 2030. Danach entscheidet auch das Bundesparlament. Rösti geht nach eigenen Angaben davon aus, dass etwa im Jahr 2033 eine Volksabstimmung stattfinden werde. Im Jahr 2050 könnten die ersten Abfälle eingelagert werden.
Region soll eine Abgeltung erhalten
Der Bundesrat kündigte auch an, dass die Region etwas für ihre Leistung erhalten solle, eine Art Abgeltung. Er hoffe, dass sich die Region weiterentwickeln werde. «Sie leisten eine wichtige Aufgabe für die ganze Schweiz. Es ist eine Aufgabe, die wir leisten müssen», sagte Rösti. Die Sicherheit stehe absolut oberster Stelle.
Der Aargauer Landamman Stephan Attiger sagte, die betroffenen Kantone Aargau und Zürich hätten sich zusammengeschlossen, um das Projekt «kritisch und konstruktiv» zu begleiten. «Wir haben unter den Kantonen eine sehr gute Zusammenarbeit», sagte der Zürcher Baudirektor Martin Neukom.
Martin Kistler, Landrat des deutschen Landkreises Waldshut, sagte: «Hier wird uns als deutsche Nachbarn etwas zugemutet.» Man wolle sich einbringen beim Rahmenbewilligungsgesuch. Die deutsche Region leiste einen Beitrag - und er sagte indirekt, man wolle auch Abgeltungen. Die Staatsgrenze dürfe dabei keine Rolle spielen. Es sei die Region, welche die Last trage.
Das Schweizer Tiefenlager für radioaktive Abfälle soll im Gebiet Nördlich Lägern errichtet werden. Das Gebiet liegt in den Kantonen Zürich und Aargau, nordwestlich von Bülach ZH. Nach Angaben der Nagra lassen sich dort radioaktive Abfälle in mehreren Hundert Metern Tiefe in Gesteinsschichten (vor allem Opalinuston) einschliessen.
Der Zugang zum Tiefenlager soll im Gebiet Haberstal in der Gemeinde Stadel ZH gebaut werden. Die Anlagen für die Verpackung der Abfälle sollen beim Zwischenlager in Würenlingen AG zu stehen kommen. Im November 2024 reichte die Nagra beim Bund das Rahmenbewilligungsgesuch für das Tiefenlager in Nördlich Lägern ein.
(AWP)
