Terrorermittler gehen von besonderem Hintergrund aus
Die Pariser Anti-Terrorstaatsanwaltschaft hatte zuvor mitgeteilt, sie habe eine Untersuchung eingeleitet, unter anderem wegen des Verdachts auf gezielte Tötung in Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben sowie Waffenbesitz. Dabei würde berücksichtigt, dass die Tat «aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit des Opfers zu einer bestimmten angeblichen Rasse, ethnischen Gruppe, Nation oder Religion begangen wurde».
Auch der muslimische Dachverband in Frankreich zeigte sich in einer Mitteilung nach der Tat entsetzt. Er warne unablässig vor den Folgen von Hassreden, Stigmatisierung und der Suche nach Sündenböcken, die von bestimmten Medien und politischen Verantwortlichen mitgetragen und dadurch in der öffentlichen Debatte zunehmend banalisiert würden, so der Conseil français du culte musulman (CFCM) auf der Plattform X.
Muslim-Verband ruft zu Wachsamkeit auf
Sollte sich der rassistische und islamfeindliche Charakter des Angriffs bestätigen, wäre er ein tragisches Beispiel für die Gefahren, die von Hassideologien und entsprechenden Äusserungen ausgehen, hiess es weiter. Der CFCM rufe die Musliminnen und Muslime in Frankreich zu äusserster Wachsamkeit auf.
Ein Mann hatte am Freitagvormittag aus einem Auto heraus in den Gemeinden Trappes und La Verrière das Feuer eröffnet. Ein Mensch starb, vier weitere wurden teils schwer verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen. Der Mann wurde kurze Zeit später festgenommen. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez hatte den Vorfall als «terroristische Tat» bezeichnet./vni/DP/mis
(AWP)
