Der Gesamtertrag, inklusive der von der öffentlichen Hand vor allem für den Personenverkehr der Matterhorn Gotthard Bahn (MGBahn) geleisteten Abgeltungen, erhöhte sich in der ersten Jahreshälfte leicht um 0,4 Prozent auf 112,0 Millionen Franken, wie die Gruppe am Mittwoch mitteilte.

Der Gewinn fiel um knapp 16 Prozent auf 11,0 Millionen Franken. Grund dafür waren höhere Kosten für Instandhaltungs- und Erneuerungsvorhaben an der Infrastruktur oder höhere Versicherungs- und Personalkosten, wie es heisst.

Nahost-Konflikt bremst

Die Krise im Nahen Osten und der damit verbundene Rückgang von Reisenden aus Asien, welche die beliebten Hubs in Dubai, Doha oder Abu Dhabi weniger nutzen konnten, machten sich aber auch bei der BVZ bemerkbar. Die Zahl der Reisenden auf den Gornergrat ging um 3,5 Prozent auf 404'000 zurück.

Der Ertrag der Gornergratbahn sank aber dank des gestiegenen Durchschnittsertrags je Fahrgast nur um 1,9 Prozent auf 23,9 Millionen Franken. Deutlicher waren die Einbussen im Geschäft mit dem Glacier Express, den die BVZ mit der Rhätischen Bahn betreibt. Dort fiel der Ertrag um 5,1 Prozent auf 10,3 Millionen.

Stabiler Regionalverkehr

Stabil entwickelte sich der regionale Personenverkehr: Die MGBahn beförderte 4,9 Millionen Reisende, was einen leichten Rückgang von 0,3 Prozent bedeutete. Dank Verschiebungen im Fahrausweismix habe sich der Ertrag aber um 2,6 Prozent auf 36,8 Millionen Franken erhöht. Die Immobilien steuerten stabile 3,1 Millionen zum Ertrag bei.

Der Ausblick der BVZ-Gruppe bleibt von Vorsicht geprägt. Für das Gesamtjahr 2026 wird ein Ergebnis erwartet, «das unter den Rekordwerten des Vorjahres, aber auf einem mit den vergangenen Jahren vergleichbar hohen Niveau liegt». Die finanzielle Basis sei aber stark genug, um die geplanten Investitionen tätigen zu können.

Im Juni wurde für die MGBahn der erste Orion-Triebzug der zweiten Beschaffungsetappe ausgeliefert. Bis Ende 2029 sollen 24 weitere folgen. Damit wächst die Flotte auf insgesamt 37 Triebzüge. Das Rollmaterial der Gornergratbahn wird mit vier Polaris-Triebzügen für 30 Millionen Franken erneuert, die ab dem Winter 2028 zum Einsatz kommen sollen.

mk/ls

(AWP)