Trotz der Zurückhaltung aus einigen Märkten in Asien gelang es der BVZ-Gruppe, den Gesamtertrag in der ersten Jahreshälfte leicht um 0,4 Prozent auf 112,0 Millionen Franken zu steigern, wie es am Mittwoch hiess. Im Jahr davor hatte das Unternehmen noch Umsatz- und Ergebnisrekorde erzielt.
Der Gewinn fiel hingegen um knapp 16 Prozent auf 11,0 Millionen Franken. Grund dafür waren laut den Angaben höhere Kosten für Instandhaltungs- und Erneuerungsvorhaben an der Infrastruktur sowie höhere Versicherungs- und Personalkosten.
Nahost-Konflikt bremst bei Reisegruppen
Die Krise im Nahen Osten und der damit verbundene Rückgang von Reisenden aus Asien, welche die beliebten Hubs in Dubai, Doha oder Abu Dhabi weniger nutzen konnten, machten sich aber auch bei der BVZ bemerkbar. Die Zahl der Reisenden auf den Gornergrat ging um 3,5 Prozent auf 404'000 zurück.
Der Ertrag der Gornergratbahn sank aber dank des gestiegenen Durchschnittsertrags je Fahrgast nur um 1,9 Prozent auf 23,9 Millionen Franken. Deutlicher waren die Einbussen im Geschäft mit dem Glacier Express, den die BVZ mit der Rhätischen Bahn betreibt. Dort fiel der Ertrag um 5,1 Prozent auf 10,3 Millionen.
Gewohnt stabil entwickelte sich der regionale Personenverkehr: Die MGBahn beförderte 4,9 Millionen Reisende, ein leichtes Minus von 0,3 Prozent. Dank Verschiebungen im Fahrausweismix erhöhte sich der Ertrag aber um 2,6 Prozent auf 36,8 Millionen Franken. Die Immobilien steuerten 3,1 Millionen zum Ertrag bei.
Breit diversifiziert
«Unter der rückläufigen Nachfrage hat vor allem der stärker auf den internationalen Tourismus ausgerichtete Glacier Express gelitten», sagte CEO Egon Gsponer im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Demgegenüber habe die Gornergratbahn stärker vom guten Geschäft mit Schweizer Touristinnen und Touristen profitiert.
Aufgrund der hohen Temperaturen seien im zu Ende gegangenen Sommer viele Touristen auch aus der Schweiz in die Berge gereist, so Gsponer. «Das haben auch die Destination Zermatt und wir bei der Gornergratbahn gespürt.»
«Wir sind, was die Herkunftsmärkte angeht, sehr breit aufgestellt. Eine stabile Nachfrage auf hohem Niveau verzeichneten wir in Nordamerika. Zudem entwickelte sich das Geschäft mit Gästen aus Japan, Festlandchina oder Australien für uns positiv», sagte Gsponer weiter.
Von Zurückhaltung geprägt war laut dem CEO dagegen die Nachfrage bei Reisegruppen aus Indien oder Südostasien. «Wir gehen aber davon aus, dass sich dieses Geschäft weiter stabilisieren und erholen wird.»
Ergebnisrückgang erwartet
Der Ausblick der BVZ-Gruppe bleibt von Vorsicht geprägt. Für das Gesamtjahr 2026 wird ein Ergebnis erwartet, «das unter den Rekordwerten des Vorjahres, aber auf einem mit den vergangenen Jahren vergleichbar hohen Niveau liegt».
Zugleich wird weiter investiert, sowohl ins Rollmaterial der MGBahn als auch in jenes der Gornergratbahn. «Wir werden den Gornergrat als naturnahen Erlebnisberg weiter ausbauen, nicht nur für das Sommer- und Herbstgeschäft. Teil der langfristigen Strategie sind auch Winteraktivitäten», sagte Gsponer.
mk/ls
(AWP)
