Auch mehrere andere Medien berichteten darüber. Eine Bestätigung von Merz selbst gab es zunächst allerdings nicht. «Wir kommentieren keine Meldungen und verweisen auf die Gremien am Montag», heisst es aus seinem Umfeld.

CSU-Chef Markus Söder hatte Aigner schon im April ins Spiel gebracht. Merz hatte sich lange Zeit in der Kandidatendebatte gar nicht geäussert, sich dann am Montag aber auf eine Frau festgelegt. In den vergangenen beiden Tagen sprachen sich dann immer CDU-Landeschefs offen für Aigner aus. Auch Fraktionschef Thorsten Frei äusserte sich positiv zu ihr.

Die formelle Entscheidung sollen CDU-Präsidium und -Vorstand am Montag treffen. Schon am Sonntagabend trifft Merz die Mitglieder des Präsidiums zu einem Abendessen.

Die Bundesversammlung, der neben den 630 Bundestagsabgeordneten ebenso viele Wahlleute aus den Ländern angehören, entscheidet am 30. Januar über die Nachfolge von Steinmeier. Union und SPD haben dort eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch und einzelne SPD-Ministerpräsidenten haben sich schon für Aigner ausgesprochen. Damit gilt es als sicher, dass die 61-Jährige an die Staatsspitze gewählt wird.

Die SPD wäre derweil bereit, Ilse Aigner bei einer offiziellen Kandidatur mit zur Bundespräsidentin zu wählen. «Wenn das Präsidium sich dann auch offiziell durchringt in der Union am Montag, dass man Ilse Aigner vorschlägt, dann kann ich nur für die SPD sagen, dann würden wir das begrüssen und unterstützen», sagte Parteichef Lars Klingbeil bei einem finanzpolitischen Jugenddialog in Berlin. /mfi/ctt/DP/mis

(AWP)