Mit dem Anstieg im August steigt der Frühindikator weiter über die sogenannte Expansionsschwelle von 50 Punkten, ab der man von einer Ausweitung der Aktivität in den Betrieben ausgeht. Der RatingDog-Indikator zeigt ein besseres Stimmungsbild als der am Montag veröffentlichte staatliche Einkaufsmanagerindex. Dieser war im August zwar ebenfalls gestiegen, der Indikator blieb aber mit 49,8 Punkten knapp unter der Expansionsschwelle.
Die beiden Indikatoren werden unterschiedlich erhoben. Der staatlich erhobene Einkaufsmanagerindex erfasst laut Experten häufig grössere und staatsnahe Betriebe, während der RatingDog-PMI als Abbild für die Stimmung kleinerer und exportorientierter Unternehmen gilt.
«Die jüngsten PMI-Daten aus China zeigen, dass der Summer Blues im verarbeitenden Gewerbe in Teilen überwunden sein dürfte», kommentierte Analyst Sandro Pannagl von der Landesbank Baden-Württemberg die Stimmungsdaten. Vor allem in den höherwertigen Fertigungsbranchen und im Exportsektor gebe es eine deutlich stärkere Dynamik. Dagegen bleiben die eher grossen Industriebetriebe und die Bauwirtschaft angesichts der schwachen Binnenwirtschaft weiter unter Druck.
Nach Einschätzung des Experten Pannagl gibt es nach wie vor Handlungsdruck für die politische Führung in Peking. «Ob und wie schnell jedoch von fiskalischer Seite Impulse geliefert werden, dürfte vor allem von den in zwei Wochen anstehenden Daten zu Investitionen und Einzelhandel abhängen.»/jkr/stk
(AWP)
