Von Bloomberg befragte Experten hatten mit einer Verbesserung gerechnet, waren aber im Schnitt nur von einem Anstieg auf 49,5 Punkte ausgegangen. «Die Verbesserung im August war in erster Linie auf eine Erholung der Produktion und der Auftragseingänge zurückzuführen» sagte Analyst Henry Hao von der Commerzbank. Zudem sei die Produktion weniger durch Unwetter belastet worden als im Monat zuvor. Im Juli hätten Taifune und Überschwemmungen in den südlichen Provinzen den Fabrikbetrieb und die Lieferketten stark beeinträchtigt.
Der Frühindikator bleibt weiter knapp unter der sogenannten Expansionsschwelle von 50 Punkten, ab der man von einer Ausweitung der Aktivität in den Betrieben ausgeht. Commerzbank-Experte Hao verwies auf die Stimmung in den Unternehmen aus dem Bereich Hightech-Fertigung. Diese habe sich zwar etwas eingetrübt, der Unterindikator liege aber weiter deutlich über der Expansionsschwelle.
Die Hightech-Fertigung ist weiter «der Lichtblick» in Chinas Industriestimmung, auch wenn «die Aufträge für KI-Hardware und Elektronik erste Anzeichen einer Abkühlung zeigen», kommentierte Experte Hao. Zwar habe sich der Stimmungsindikator für die Industriebetriebe insgesamt verbessert, dennoch zeige sich «im Branchenprofil für August ein nach wie vor fragiles Bild».
Bei der Stimmung der Einkaufsmanager im Bereich Dienstleistungen zeigten die staatlichen Daten keine Veränderung. Hier verharrte der Einkaufsmanagerindex auf 49,0 Punkten, während Analysten einen Anstieg auf 49,4 Punkte erwartet hatten.
Der staatlich erhobene Einkaufsmanagerindex erfasst häufig grössere und staatsnahe Betriebe. Nach Einschätzung von Experten des britischen Analysehauses Pantheon Macroeconomics wurde Chinas Bauwirtschaft im August durch ungünstige Wetterbedingungen belastet. Zudem seien die Reiseaktivitäten der Chinesen schwächer als gewöhnlich ausgefallen./jkr/jsl/stk
(AWP)
