Das Schiff soll am 7. September in Grossbritannien anlegen, doppelt so schnell wie über die übliche Handelsroute durch den Suezkanal bei Ägypten. Die Arktisroute führt durch die Beringstrasse zwischen Sibirien und Alaska und anschliessend an der russischen Nordküste entlang durch den arktischen Ozean.

Die «Dubai Tower» steuert nach Angaben der Reederei Sea Legend zuerst den Hafen Felixstowe in Grossbritannien an, anschliessend folgen der Hamburger Hafen sowie Gdynia bei Danzig in Polen.

Neben der kürzeren Fahrzeit umgeht das Schiff auf der Arktisroute das Rote Meer, wo die pro-iranische Huthi-Miliz seit Beginn des Krieges zwischen den USA und dem Iran regelmässig Tanker beschiesst. Der Krieg sorgt seit den US-israelischen Angriffen im Februar für Probleme im internationalen Seehandel.

«Polar-Seidenstrasse»

Künftig soll wöchentlich ein Containerschiff aus China durch die Arktis nach Europa fahren. Peking plant eine «Polar-Seidenstrasse», die China einen besseren Zugang zur Arktis und für den Handel mit Europa verschaffen soll. Die Fahrt durch die Arktis ist aber nur in den Sommermonaten möglich, wenn das Eis so weit geschmolzen ist, dass ein Containerschiff ohne Eisbrecher durchkommt.

Das weltweit erste Containerschiff fuhr 2018 durch die Arktis, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 23 Durchfahrten. Umweltschützer befürchten, dass der erhöhte Schiffsverkehr das Eis der Arktis schneller schmelzen lässt - und viele Reedereien haben eine Selbstverpflichtung unterzeichnet, sie nicht zu nutzen, weil dies die Eisschmelze beschleunigen könnte. Die Selbstverpflichtung unterzeichneten etwa Hapag-Llyod aus Deutschland, MSC aus der Schweiz und CMA CGM aus Frankreich.

«Ein zunehmender Schiffsverkehr auf den arktischen Seewegen bedeutet grosse Risiken und potenziell verheerende Auswirkungen auf die Umwelt», heisst es etwa auf der Website der Umweltschutzorganisation Ocean Conservancy. Die Route ist aber meist nur im Sommer nutzbar.

(AWP)