CS: Operativer Chef tritt nach Bespitzelungsaffäre zurück

Die Bespitzelungsaffäre um den ehemaligen CS-Topmanager Iqbal Khan fordert nun personelle Konsequenzen bei der Grossbank. Der operative Chef (Chief Operating Officer COO) Pierre-Olivier Bouée und der Leiter der globalen Sicherheitsdienste treten per sofort zurück.
01.10.2019 06:58

Der COO hatte in einer Untersuchung im Auftrag des Verwaltungsrat erklärt, dass er die Überwachung des zur Konkurrentin UBS wechselnden Iqbal Khan alleine angeordnet habe, wie die CS am Dienstag mitteilte. Die mit der Untersuchung beauftragte Kanzlei habe keinen Hinweis darauf, dass CEO Tidjane Thiam die Überwachung von Khan genehmigt habe.

Der Verwaltungsrat erklärt in der Mitteilung, dass der Auftrag zur Überwachung von Khan "falsch und unverhältnismässig" war und zu einem "schwerwiegenden Reputationsschaden für die Bank" geführt habe. Weder Untersuchung von Homburger noch die Überwachung von Iqbal Khan hätten Anhaltspunkte dafür erbracht, dass Iqbal Khan entgegen seinen vertraglichen Verpflichtungen versucht hätte, Mitarbeitende oder Kunden der Credit Suisse abzuwerben, hiess es weiter.

Die Beschattung von Khan war vorletzte Woche bekannt geworden. Der ehemalige Leiter der internationalen Vermögensverwaltung bei der CS hatte die Detektive bemerkt und darauf die Polizei alarmiert. Khan soll am heutigen Dienstag seine neue Stelle bei UBS antreten.

Zum Nachfolger von COO Bouée und zum neuen Mitglied der Geschäftsleitung hat die Bank nun James Walker ernannt. Walker übe gegenwärtig "verschiedene wichtige Funktionen im Finanzbereich der Bank" aus, so die CS. So sei er Chief Financial Officer der wichtigsten amerikanischen Tochtergesellschaften sowie Leiter "Product Control".

(SDA)