Das Zürcher Verlagshaus Ringier bestätigte am Mittwoch, was schon länger als Gerücht existierte. Zuletzt hatte die «Republik» im Juli berichtet, dass der Entscheid gefallen sei, den Sonntag als Erscheinungstag zu streichen. Ringier wollte das damals nicht bestätigen.
Das neue Produkt vereine «die Stärken des bisherigen SonntagsBlick und der Samstagsberichterstattung der Blick-Familie in einem umfangreicheren Wochenendangebot», hiess es einer Mitteilung von Ringier.
Ein Stellenabbau ist laut der Ringier-Medienstelle nicht geplant. «Die Redaktion bleibt in ihrer heutigen Stärke bestehen», teilte sie auf Anfrage mit. Mit dem Ausbau auf 96 Seiten werde die redaktionelle Leistung des Produkts nochmals gestärkt. Dienstpläne und Produktionsabläufe würden aber an den neuen Samstagsrhythmus angepasst.
Das neue Produkt soll auf zwei Bünde aufgeteilt sein. Der zweite Bund gehört dabei ganz dem Sport. Der «Blick fürs Wochenende» wird wie der «SonntagsBlick» im Tabloid-Format erscheinen. Reza Rafi bleibt Chefredaktor. Das digitale Sportangebot soll zudem ausgebaut werden.
Der «SonntagsBlick» ist die älteste Sonntagszeitung der Schweiz, die Zeitung erschien seit 1969. Nun geht Ringier den gleichen Weg wie CH Media. Das Aargauer Verlagshaus stellte die «Schweiz am Sonntag» 2017 ein und gibt seither die «Schweiz am Wochenende» am Samstag heraus.
«Stehen zum Sonntag»
Gelassen geben sich die beiden anderen Verlage, die noch am Sonntag Zeitungen herausgeben, gegenüber Keystone-SDA. «Wir stehen zum Sonntag und zur SonntagsZeitung. Aktuell gibt es keine Pläne, die Erscheinungsweise zu verändern», heisst es bei der Medienstelle von Tamedia. Der Verlag sei überzeugt, dass der Sonntag auch künftig ein wichtiger eigenständiger Lesetag bleibe.
Die «NZZ am Sonntag» solle ebenfalls weiterhin am Sonntag erscheinen, teilte die Medienstelle der NZZ Gruppe auf Anfrage mit. «Die NZZ am Sonntag bleibt für uns strategisch wichtig und wir sehen nach wie vor ein starkes Bedürfnis nach hochwertigem Sonntagsjournalismus. Unabhängig von den Entwicklungen beim SonntagsBlick», heisst es weiter.
Auf die Frage, ob der Service der Sonntagszustellung finanziell ohne Ringier noch aufrechtzuerhalten ist, gehen die Verlage nicht näher ein. Die Verlage teilen sich derzeit die Zustellungskosten.
Die «SonntagsZeitung» erreichte laut den letzten Zahlen eine Auflage von 102'663. Die «NZZ am Sonntag» folgte mit 84'522, der «SonntagsBlick» mit 74'676.
(AWP)
