Ferlemann ist Mitglied im Aufsichtsrat der für die Infrastruktur zuständigen Bahntochter DB InfraGo, die die Expertenkommission einberufen hat. Er soll ausserdem der Kommission angehören. Das geht aus Informationen der InfraGo für den Verkehrsausschuss im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Zuvor hatte der «Tagesspiegel» darüber berichtet.

Gremium «Robuster Fahrplan» startet am 3. November

Das Gremium mit dem Namen «Robuster Fahrplan» soll demnach am 3. November die Arbeit in Berlin aufnehmen. «Die Experten werden bei mehreren Terminen mit viel Erfahrung und aus vielen Blickwinkeln ergebnisoffen diskutieren. Vorschläge für mehr Verlässlichkeit auf der Schiene sollen im neuen Jahr vorliegen», teilte ein Bahnsprecher mit. «Die Ergebnisse werden zusammen mit Politik, Ländern und Branche gemeinsam bewertet.»

Die hohe Unpünktlichkeit bei der Bahn geht vor allem auf die schlechte Infrastruktur zurück. Hinzu kommt eine Überlastung vor allem in den Verkehrsknoten. «Hinzu kommt: Im Jahr 2025 verkehrten mehr als zehn Prozent der Züge auf Strecken mit einer Auslastung von über 115 Prozent», heisst es in den Informationen für den Verkehrsausschuss. «In der Folge wächst der Stau auf deutschen Schienen immer weiter an. In den vergangenen zehn Jahren haben die Stau-Verspätungen um 150 Prozent zugenommen.»

Baugeschehen und Unpünktlichkeit auf Rekordniveau

Die Bahn saniert und baut derzeit auf Rekordniveau, um das Schienennetz langfristig wieder fit zu machen. Fahrgäste merken davon bislang aber wenig. Im laufenden Jahr war in den meisten Monaten bisher nahezu jeder zweite Fernzug unpünktlich. Geht es so weiter, dürfte am Ende des Jahres ein Negativ-Rekord bei der Pünktlichkeit stehen. Schon im vergangenen Jahr kamen lediglich 60 Prozent aller Fernzüge ohne grössere Verzögerung ans Ziel.

Die Expertenkommission soll nun nach Lösungen suchen, «um bereits während der anstehenden Jahre intensiver Bautätigkeit einen stabileren und verlässlicheren Bahnbetrieb zu ermöglichen», wie es in den Informationen weiter heisst. Unterstützung bekommt das Gremium den Angaben zufolge von dem auf Fahrpläne spezialisierten Schweizer Unternehmen SMA und Partner./maa/DP/nas

(AWP)