Zudem wurde der Juni-Wert nach unten revidiert. Anders als zuletzt berichtet, zog die Produktion doch nicht leicht an, sondern stagnierte auf dem Vormonatsniveau. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Fertigung im Juli um 1,6 Prozent zurück.

In der Industrie (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) ging es mit 2,2 Prozent noch deutlicher nach unten. Der Rückgang ist laut Destatis primär auf die niedrigere Produktion in der Automobilindustrie zurückzuführen. Ausschlaggebend dürfte unter anderem eine mehrwöchige Produktionspause sein.

Positiv auf die gesamte Produktion wirkte sich hingegen der Zuwachs bei der Energieerzeugung aus, die um 4,7 Prozent zulegte. Dieser Anstieg ist laut Destatis insbesondere auf die Stromerzeugung aus Windkraft und Fotovoltaik zurückzuführen. Die Bauproduktion legte um 0,9 Prozent zu.

«Der empfindliche Rückgang der Industrieproduktion ist für die Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums im dritten Quartal eine schwere Bürde», kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. «Allerdings kann es im August und im September zu Nachholeffekten in der Automobilproduktion kommen.» Ferner deute die gute Unternehmensstimmung darauf hin, dass es sich bei den Juli-Daten um einen Ausreisser nach unten handele.

Skeptischer für die weitere Entwicklung äusserte sich die Commerzbank. «Auch wenn dies nach Aussage des Statistischen Bundesamtes in erster Linie auf einen Sondereffekt bei der Autoproduktion zurückzuführen ist, ist die Industrie damit recht schwach in das dritte Quartal gestartet», kommentierte Volkswirt Ralph Solveen. «Da im August zudem der niedrige Wasserstand auf vielen Flüssen die Produktion gehemmt hat, dürfte die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal wohl wieder schwächer expandieren, als dies in den Quartalen zuvor der Fall war.»/jsl/jha/

(AWP)