Das EUR/CHF-Paar notiert zur Berichtszeit mit 0,9395 zwar wieder leicht runter der Marke von 0,94, im Tageshoch kurz vor 11 Uhr war das Paar aber bis 0,94055 gestiegen. Das letzte Mal notierte das Paar fast auf den Tag genau vor einem Jahr über der Marke. Auch der Dollar schwächelt etwas zum Euro, EUR/USD kostete zuletzt 1,1554 nach 1,1541 am Morgen, das Tageshoch hier war bisher 1,15595. Entsprechend zeigt sich USD/CHF nur wenig verändert und ging zuletzt bei 0,8131 um.
Hohe Zinsdifferenzen
Aus fundamentalen Gründen ist die jüngste Entwicklung relativ gut nachzuvollziehen. Während bei der EZB in nächster Zeit weitere Zinserhöhungen erwartet werden, ist das hierzulande nicht abzusehen. Die SNB bewegt sich mit einer nach wie vor sehr tiefen, zuletzt gar wieder leicht rückläufigen Inflation diesbezüglich in einer komfortablen Situation. Die meisten Ökonomen gehen davon aus, dass die SNB noch bis weit ins nächste Jahr bei den Nullzinsen verharren wird. Entsprechend könnte die Frankenschwäche zum Euro auch noch etwas weitergehen, heisst es im Markt.
Wie die Experten der Bank Julius Bär in einem Papier aufzeigen, liegt die Zinsdifferenz des Frankens auf einer Dreimonatsbasis zum Euro bei 2,34 Prozent und zum US-Dollar bei 3,86 Prozent. Im Vergleich zu den entwickelten Märkten sind es demnach im Durchschnitt 2,75 Prozent, im Vergleich zu den Währungen von ausgewählten Emerging Markets gar 12,72 Prozent. Die geringste Differenz ist übrigens mit 1,11 Prozent gegenüber Japan.
Auch beim Dollar haben sich die Zinserwartungen zuletzt klar verschoben. Während der Markt noch vor kurzem von einer Zinserhöhung durch das Fed bei der nächsten Sitzung Mitte September ausgegangen war, geht er nach den jüngsten Inflationsdaten mittlerweile mit einer Zweidrittelmehrheit von unveränderten Leitzinsen aus. Der Euro könnte entsprechend auch zum Dollar weiter zulegen.
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(AWP)
