Der USD/CHF-Kurs notiert am Montagmittag mit 0,8088 zwar praktisch unverändert zum Freitagabend, aber deutlich über dem Niveau von Freitagnachmittag (0,8038). Das Gleiche gilt für den EUR/USD-Kurs, der bei 1,1598 steht und am Freitagnachmittag noch bei 1,1649 gehandelt wurde. Weiter wenig verändert zeigt sich hingegen das Währungspaar EUR/CHF mit zuletzt 0,9380.
Der Dollar hatte am Freitagabend nach der Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh am Notenbankertreffen in Jackson Hole kräftig zugelegt. Der neue Fed-Chef schlug überraschend restriktive Töne an, was eine Zinserhöhung im September wahrscheinlicher macht. Die Aussicht auf höhere US-Zinsen macht Anlagen in Dollar attraktiver und stützte die US-Währung.
«Wir waren bisher der Ansicht, dass eine Zinserhöhung vor den US-Zwischenwahlen unwahrscheinlich sei», meint Bank-Syz-Chefökonom Reto Cueni stellvertretend für die Expertenzunft. Nun halte er einen Zinsschritt im September für wahrscheinlicher als die Beibehaltung des Status quo. Am Terminmarkt hat der Wind ebenfalls gedreht: Die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung ist von klar unter 50 Prozent auf inzwischen fast 62 Prozent gestiegen.
Doch es gibt auch warnende Stimmen: «Eine Zinserhöhung im September wird zwar nun mit deutlich höherer Wahrscheinlickeit erwartet, aber eine ausgemachte Sache ist sie nicht», schreibt die Commerzbank. Zum einen stünden noch wichtige Daten an - diesen Freitag etwa der monatliche Arbeitsmarktbericht. Ausserdem spreche die bisherige Fed-Praxis nicht für steigende Zinsen.
«Obwohl die US-Inflation mittlerweile über mehrere Jahre über dem Notenbankziel liegt und seit Anfang des Jahres weiter zugelegt hat, hat das Fed - auch schon vor Warsh - bislang auf eine Zinserhöhung verzichtet», so die Commerzbank. Und auch zuletzt seien diese Entscheidungen alles andere als knapp gewesen. So hätten an der letzten Sitzung nur drei von 12 FOMC-Mitgliedern für eine Straffung gestimmt.
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(AWP)
