Zum Euro legte der Dollar deutlich zu. Das Euro/Dollar-Paar fiel am Abend auf 1,1580 von 1,1649 am Nachmittag. Auch zum Franken gewann der Dollar klar an Boden und stieg auf 0,8097 von 0,8038 Franken. Trotz des kräftigen Anstiegs blieb der Dollar damit zum Franken noch unter seinem Vierwochenhoch von 0,8145 Franken.
Warsh hatte in seiner Rede die hohe Inflation prägnant ins Zentrum gerückt. Er könne die Geldpolitik derzeit kaum als restriktiv bezeichnen, sagte er und machte deutlich, dass das Fed reagieren müsse, sollte sich der Preisauftrieb nicht rasch dem Ziel von 2 Prozent nähern. Gleichzeitig zeigte sich der Fed-Chef von der Robustheit der US-Wirtschaft beeindruckt.
An den US-Finanzmärkten wird nach der Warsh-Rede nun mehrheitlich mit einer Zinserhöhung im September gerechnet. Laut dem FedWatch-Tool der CME sprang die vom Terminmarkt eingepreiste Wahrscheinlichkeit dazu flugs auf knapp 56 Prozent von zuvor gut 35 Prozent.
Auch Analysten werteten die Rede überwiegend als restriktives Signal. Reto Cueni, Chefökonom der Bank Syz, hält eine Zinserhöhung für wahrscheinlicher als unveränderte Zinsen. George Curtis von TwentyFour Asset Management geht noch einen Schritt weiter: Ohne eine deutliche Verbesserung der Daten könnte ein Verzicht auf eine Zinserhöhung seiner Ansicht nach die Glaubwürdigkeit Warshs beschädigen.
Vorsichtiger äussern sich Eric Winograd von AllianceBernstein und Elmar Völker von der LBBW. Winograd sieht noch keine Vorentscheidung für September und macht den Entscheid wesentlich von den nächsten Inflationszahlen abhängig. Ähnlich urteilt Völker: Schwächt sich insbesondere die Kerninflation nicht ab, sei eine Zinserhöhung ernsthaft im Spiel. Die Entscheidung stehe aber auf Messers Schneide.
Damit richtet sich der Blick auf die US-Konjunkturdaten der kommenden Woche und insbesondere auf den Arbeitsmarktbericht am Freitag. Für den Zinsentscheid Mitte September dürften dann vor allem die wenige Tage zuvor anstehenden Inflationsdaten den Ausschlag geben.
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(AWP)
