Die Erwartung für die DHL-Bereiche wurde auf ein Ebit von über 6,4 Milliarden Euro erhöht, nach zuvor über 5,9 Milliarden Euro. Die Prognose für die Sparte Post & Paket Deutschland bleibe unverändert. Auch die Aussichten für den Mittelzufluss sowie für die Investitionen in Sachanlagen wurde angehoben. Zudem kündigte DHL eine Überprüfung der Mittelfristprognosen im kommenden März an. Bislang geht der Konzern von einem Ebit über sieben Milliarden Euro in einem normalisierten wirtschaftlichen Umfeld aus.
Die im Dax notierte Aktie tat sich zunächst schwer und verlor am Montag in einem schwächeren Umfeld fast zwei Prozent. Im laufenden Jahr kommt sie bislang auf einen Gewinn von gut einem Fünftel. Analystin Johanna Jourdain von Oddo BHF erklärte, das dritte Quartal des Konzerns untermauere eine Beschleunigung der Geschäftsdynamik, auch dank Effizienzmassnahmen. Das sei im Kurs aber bereits eingepreist.
Die neue Prognose liege etwas über dem Konsens von gut 6,9 Milliarden, notierte JPMorgan-Analystin Alexia Dogani. Er selbst hat jedoch bereits 7,2 Milliarden Euro auf dem Zettel. Sie hob das robuste Wachstum im dritten Quartal hervor. Umsatz und das operative Ergebnis im Express-Geschäft hätten die Erwartungen übertroffen.
Im dritten Quartal verzeichnete DHL nach vorläufigen Berechnungen ein prozentual zweistelliges Wachstum bei Umsatz und operativem Ergebnis, angetrieben insbesondere vom Bereich DHL Express. So legten die Erlöse um mehr als 12 Prozent auf rund 22,6 Milliarden Euro zu. Das Konzern-Ebit stieg um rund 16 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro.
Die Sparte DHL Express konnte ihr Ebit von 692 Millionen auf gut eine Milliarde Euro steigern - dank weiter wirksamen Kosten- und Ertragsmassnahmen sowie einer besseren operativen Auslastung durch den Anstieg des transportierten Gewichtes. Das Express-Ergebnis enthält den Angaben zufolge zudem positive Effekte infolge der Kapazitätsknappheit im Luftfrachtmarkt in der Grössenordnung von rund 100 Millionen Euro. Dagegen ging das operative Ergebnis im Bereich Post & Paket Deutschland zurück - der Konzern kämpft seit längerem mit sinkenden Briefmengen.
Ruairi Cullinane, von RBC lobte das starke Express-Geschäft. Die Erhöhung der Prognose deute auf ein robustes Saisongeschäft im vierten Quartal. Die Konsensschätzungen für die weiter in der Zukunft liegenden Jahre hält RBC für konservativ.
Die ausführlichen Zahlen will das Unternehmen am 5. November veröffentlichen./nas/he/mne/mis
(AWP)
