«Le Matin Dimanche»:
Die Stiftung Beloved, die die Opfer nach dem Brand in einer Bar in der Silvesternacht in Crans-Montana (VS) unterstützt hat bisher rund siebzig Gesuche erhalten. Dies erklärte der Stiftungs-Direktor Christian Cardon am Sonntag im Interview mit «Le Matin Dimanche». Einige seien bereits bewilligt worden, andere würden noch geprüft, fügte er hinzu. Ablehnungen habe es bisher keine gegeben. Seinen Angaben zufolge seien bereits mehrere Zehntausend Franken ausgezahlt worden. «Insbesondere junge Menschen haben sich wegen einer beruflichen Umschulung an uns gewandt [...] Wir unterstützen auch Projekte, die von Angehörigen der Opfer oder von Personen initiiert wurden, die seit dem Unglück in finanziellen Schwierigkeiten stecken», sagte Cardon der Zeitung.
«NZZ am Sonntag»:
Professoren der ETH Zürich bezweifeln nach Angaben der «NZZ am Sonntag» die von den Akademien der Wissenschaften genannten Kosten von bis zu 43 Milliarden Franken für ein neues Atomkraftwerk. Der Zeitung liegt ein Brief von sieben Forschenden der ETH Zürich, der EPFL Lausanne und des Paul-Scherrer-Instituts (PSI) vor. Die Wissenschaftler werfen darin der Akademien der Wissenschaften Schweiz vor, irreführend gearbeitet zu haben, monieren fehlende Transparenz sowie methodische Schwächen und nicht nachvollziehbare Annahmen. Vor gut zwei Wochen hatte ein Report der Akademien mit der Überschrift «Baukosten und Finanzierung von neuen Kernkraftwerken in der Schweiz» ein riesiges Medienecho ausgelöst. In ihrem Brief bezweifeln die Forschenden, dass die im Bericht genannten Baukosten von 43 Milliarden Franken richtig berechnet worden sind. Es sei nicht transparent, welche Annahmen zu einer solch hohen Zahl geführt hätten. Ein unabhängiger Gegencheck durch Fachexperten habe nicht stattgefunden.
«SonntagsBlick»:
Ein Komitee des Islamischen Zentralrats (IZR) will laut einem Bericht des «SonntagsBlick» ein Referendum gegen das Kopftuchverbot an Zürcher Schulen lancieren. Das Zürcher Parlament hatte am Montag mit 87 zu 82 Stimmen für ein Kopftuchverbot an Schulen votiert. Dem «SonntagsBlick» zufolge haben muslimische Kreise im Hintergrund seit Monaten Vorbereitungen für den Fall getroffen, dass die SVP-Vorlage vom Kantonsrat angenommen wird. Die Zeitung stützt sich dabei auf Aussagen von Ferah Ulucay, die enge Verbindungen zum IZR pflegt und dort bis 2024 als Generalsekretärin amtete. Sobald die Gesetzesvorlage ausgearbeitet sei, wolle man 3000 Unterschriften dagegen sammeln und damit eine Volksabstimmung erzwingen. Bereits jetzt hätten sich knapp 1000 Unterstützerinnen und Unterstützer gemeldet, so Ulucay.
«SonntagsBlick»:
Schweiz-Tourismus-Direktor Martin Nydegger hat die Neuausrichtung der Werbekampagnen angekündigt. Wie Nydegger dem «SonntagsBlick» im Interview erklärte, wird Schweiz Tourismus erstmals nach fünf Jahren nicht mehr mit dem eigentlichen Werbeträger Roger Federer in der Hauptkampagne arbeiten. Federer habe bisher als Botschafter fantastische Arbeit geleistet, so Nydegger. In der neuen Herbstkampagne wolle man etwas Neues und Überraschendes machen. Dem Schweiz-Tourismus-Direktor zufolge sind die meisten Touristen in der Schweiz immer noch die Schweizer selbst, dicht gefolgt von Gästen aus Deutschland und den USA. «Ein paar wenige Hotspots sind extrem frequentiert, aber das Gros der Schweiz sucht nach Gästen. Wir haben über das ganze Jahr gesehen schweizweit eine durchschnittliche Hotelauslastung von 50 Prozent», so Nydegger gegenüber der Zeitung.
«NZZ am Sonntag»:
Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) hat eine nationale Untersuchungsstelle für Unfälle mit Robotaxis gefordert. «Die Schweiz braucht eine unabhängige Stelle, die bei schweren oder technisch relevanten Unfällen mit automatisierten Fahrzeugen rasch tätig werden kann», sagte BfU-Forschungsleiter Markus Deublin gegenüber der «NZZ am Sonntag». Polizei und Staatsanwaltschaft würden heute nicht über die nötigen Mittel verfügen, um gezielt nach systemischen Risiken zu suchen. Die unabhängige Untersuchungsstelle soll nach Unfällen Fahrzeug-, Software- und Sensorendaten sichern und nach einheitlichen Standards auswerten. Denkbar wäre es laut Deublin, die Aufgabe der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) zu übertragen. Unternehmen wie Tesla haben in Zürich bereits weitreichende Fahrassistenzsysteme vorgeführt.
«NZZ am Sonntag»:
Laut Recherchen der «NZZ am Sonntag» wurde seit 2019 trotz des Verkaufsverbots von halbautomatisierten Gewehren offenbar dennoch eine grosse Zahl von Ausnahmebewilligungen von kantonalen Polizeien ausgestellt. Der Kanton Thurgau hat beispielsweise seit der Gesetzesänderung im Jahr 2019 5314 Ausnahmen erteilt, wie die NZZ auf Anfrage von der Polizei erfuhr. Im Kanton Basel-Landschaft wurden 1865 und im Kanton Genf 1265 halbautomatische Waffen mit grossem Magazin bewilligt. Diese betreffen Waffen, die der Kalaschnikow ähneln, welche bei der Schiesserei am Aarauer Rave verwendet wurde. Der Zeitung zufolge ergeben sich hochgerechnet Zehntausende verbotene Waffen, die in der Schweiz legal in den vergangenen sieben Jahren gekauften worden sind. Eine genaue Zahl kann nicht genannt werden, weil kein nationales Waffenregister existiert. Laut NZZ ist die Menge der Ausnahmen darauf zurückzuführen, dass mit der Gesetzesänderung 2019 das Schweizer Recht an eine neue Waffenrichtlinie der EU angepasst wurde, damit die Schweiz im Schengen-Sicherheitsabkommen bleiben konnte.
«SonntagsZeitung»
Taten wie in Aarau sollen eigentlich vom einem kantonalen Bedrohungsmanagement verhindert werden. Doch ausgerechnet im Jura, dem Wohnkanton des Täters, sind die nötigen Strukturen für ein Bedrohungsmanagement laut «SonntagsZeitung» nur teilweise umgesetzt worden. Der Zeitung zufolge ist das kein Einzelfall. Nur zwölf Kantone seien gut aufgestellt. In fünf Kantonen gebe es es bislang nur Pläne und in Appenzell Innerroden sei die Umsetzung gänzlich offen. Dies zeigt laut «SonntagsZeitung»eine Übersicht der interkantonalen Arbeitsgruppe für Bedrohungsmanagement von Anfang des Jahres. «Ein schweizweit gleicher Qualitätsstandard ist wünschenswert», sagte Fabian Ilg, Geschäftsführer der interkantonalen Fachstelle für Kriminalprävention, gegenüber der Zeitung. Für die Umsetzung seien allerdings die Kantone selbst zuständig.
«SonntagsZeitung»
Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat exklusiv für die «SonntagsZeitung» Daten zu Lackierungen neu zugelassener Autos auf Schweizer Strassen in den letzten 40 Jahren ausgewertet. Wie die Zeitung am Sonntag schreibt, hat demnach die Farbigkeit in diesem Jahrhundert markant abgenommen. Im Jahr 1985 war bei Neuwagen Rot mit einem Anteil von knapp 23 Prozent die beliebteste Farbe, heute ist dieser Wert auf 3,8 Prozent geschrumpft. Dafür machen Weiss, Schwarz und Grau mittlerweile zusammen fast 80 Prozent aus. Wie weitere Datenanalysen der «SonntagsZeitung» zeigten, dominieren Weiss, Schwarz und Grau auch bei Kleidung, Haushaltsgeräten, Telefonen und bei Möbeln.
ra/
(AWP)
