Von den Angriffen berichtete die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) auf der Plattform X unter Berufung auf den Kapitän. Das Schiff wurde demnach am Abend (MESZ) von einem unbekannten Projektil getroffen. In der Folge sei ein Feuer im Maschinenraum ausgebrochen. Informationen über Verletzte gab es laut der UKMTO-Meldung zunächst nicht.
UKMTO meldete am Montag zudem mehrere Vorfälle aus den Vortagen nach. Demnach wurde am Samstag ein Tanker mit Rohöl oberhalb der Wasserlinie von einem unbekannten Geschoss getroffen. Am Sonntag sei ebenfalls ein Öltanker von unbekannten Geschossen getroffen worden. Nur rund zwei Stunden davor sei ein Flüssiggastanker getroffen worden.
Am Montag sei zudem ein Schiff, das auf der Einfahrt in die Strasse von Hormus unterwegs war, von den iranischen Revolutionsgarden angewiesen worden, umzukehren, andernfalls würde das Schiff zum Ziel eines Angriffs. Der Kapitän des Tankers habe bestätigt, dass der Anweisung Folge geleistet wurde. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete am Montagabend, insgesamt sei der Iran in den vergangenen sieben Tagen gegen 13 Schiffe vorgegangen.
Die an ihrer engsten Stelle nur 35 bis 40 Kilometer breite Meerenge ist im Iran-Krieg zum zentralen Konfliktpunkt zwischen dem Iran und den USA geworden. In der für den weltweiten Energiehandel wichtigen Wasserstrasse kam es zuletzt wieder regelmässig zu Beschuss. Der Iran blockiert seit Beginn des Krieges Ende Februar mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr weitestgehend. Auch das US-Militär hatte zivile iranische Schiffe attackiert.
US-Militär: 130 Schiffe im Zuge der Seeblockade umgeleitet
Das US-Militär verhängt seit Mitte Juli wieder eine Seeblockade gegen Schiffe, die iranische Häfen verlassen oder ansteuern wollen. Um diese durchzusetzen, hätten US-Streitkräfte bislang 130 Handelsschiffe umgeleitet, teilte das für die Region zuständige US-Regionalkommando (Centcom) auf X mit. Ausserdem seien drei weitere Schiffe ausser Gefecht gesetzt worden, die sich weigerten, den US-Anweisungen Folge zu leisten.
Ziel der US-Seeblockade ist es, iranische Ölexporte zu verhindern und Teheran so finanziell unter Druck zu setzen. Der Iran spürt die Folgen davon seit längerem und dringt in diplomatischen Verhandlungen auf eine Aufhebung der US-Blockade.
(AWP)

