Allerdings war der Produktionsanstieg im Mai im Vergleich zum Vormonat schwächer ausgefallen als bisher bekannt. Das Bundesamt revidierte den Zuwachs nach unten, von 0,9 Prozent auf 0,7 Prozent.

Die positive Entwicklung der Produktion im Juni ist massgeblich auf Zuwächse in der Automobilindustrie zurückzuführen. Hier stieg die Produktion laut Bundesamt im Monatsvergleich um 3,6 Prozent. Angetrieben wurde die Entwicklung auch durch einen deutlichen Anstieg der Energieerzeugung mit einem Zuwachs um 1,9 Prozent. Negativ habe sich hingegen der Rückgang im Maschinenbau von 3,9 Prozent ausgewirkt.

«Trotz höherer Energiepreise und des Krieges im Nahen Osten setzte die deutsche Industrie ihre moderate konjunkturelle Erholung fort», kommentierte Chefvolkswirt Carsten Brzeski von der ING Bank. Dies zeige eine «überraschende Widerstandsfähigkeit».

Das Bundeswirtschaftsministerium erkennt einen «moderate Aufwärtstrend», der sich zur Jahresmitte fortsetzt. Allerdings gebe es auch anhaltende Unsicherheiten um die weitere Entwicklung im Nahen Osten, heisst es in einer Stellungnahme. Darüber hinaus würden historische niedrige Pegelständen an grossen Flüssen die Binnenschifffahrt behindern, was eine zusätzliche Herausforderung für die regionale Rohstoff- und Materialversorgung darstelle.

«Vor dem Hintergrund der Zuwächse der monatlichen Neuaufträge und des angesammelten Auftragsbestands lässt sich mit vorsichtiger Zuversicht in die zweite Jahreshälfte schauen», sagte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg.

Wie aus Daten vom Donnerstag hervorging, waren die Industrieaufträge im Juni im Vergleich zum Vormonat um 3,1 Prozent gestiegen. Allerdings ging der Anstieg nur auf Grossaufträge zurück. Ohne diese ging der Auftragseingang im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent zurück./jkr/mis

(AWP)