Die Sanofi-Aventis Deutschland GmbH verpflichtet sich nach Angaben der Brüsseler Behörde im Gegenzug dazu, bis Ende 2032 eine neue Insulinfabrik an ihrem Standort im Frankfurter Stadtteil Höchst aufzubauen. Dort sollen demnach bis Ende 2042 jährlich mindestens 1,1 Tonnen Insulin hergestellt werden. Der Arzneimittelhersteller muss zudem eine Tonne pharmazeutischer Insulinwirkstoffe bevorraten und im Fall eines Engpasses bei der Insulinversorgung die europäischen Märkte bevorzugt versorgen.

Wichtig für Diabetiker

Das Hormon Insulin sorgt dafür, dass Glukose aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen werden kann. Bei Menschen mit Diabetes mellitus ist der Blutzuckerspiegel erhöht. Zur Behandlung der Stoffwechselstörung wird teils Insulin verwendet - technisch hergestelltes Humaninsulin, das strukturell dem natürlichen menschlichen Insulin entspricht, oder Insulinanaloga, die molekular leicht verändert wurden. Durch die Vereinbarung mit Sanofi soll die Versorgung mit menschlichem Insulin und Insulinanaloga krisenfester werden.

Ohne die Gelder würde Sanofi laut Mitteilung der EU-Kommission seinen deutschen Standort schliessen. Es sei die einzige Produktionsstätte für Humaninsulin im Europäischen Wirtschaftsraum und eine von nur zwei Insulin-Produktionsstätten im Gebiet. «Da einige Produkte wie menschliches Insulin nicht mehr im EWR hergestellt würden, wäre Europa von Einfuhren aus Drittländern abhängig», so die Behörde.

Neue Anlage ersetzt die bisherige

Der französische Pharmakonzern Sanofi hatte 2024 angekündigt, bis 2029 rund 1,3 Milliarden Euro in den Bau einer modernen Insulinproduktionsanlage an seinem Standort in Frankfurt zu investieren. Sie soll die bisherigen Insulinproduktionsanlagen ersetzen. Mehrere hundert Fachkräfte sollen dort künftig arbeiten. Die Investition von Sanofi wird demnach durch die Unterstützung der Bundesregierung, der hessischen Landesregierung sowie der Stadt Frankfurt ermöglicht. Das grüne Licht aus Brüssel war die letzte Hürde. Am Standort in Frankfurt arbeiteten nach Unternehmensangaben zuletzt etwa 6.500 Menschen.

Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef nannte das Projekt in einer Mitteilung «ein starkes Bekenntnis zum Pharmastandort Frankfurt und Hessen». «Vor dem Hintergrund mehrerer gescheiterter Investitionsprojekte in letzter Zeit bin ich sehr froh, dass nun dieser wichtige Schritt für diese Investition gelungen ist.»/wea/DP/stw

(AWP)