Das aktuelle geostrategische Umfeld und zunehmende hybride Bedrohungen gefährdeten die Demokratien, heisst es in dem Text weiter. Dazu zählen etwa Sabotageakte, Cyberattacken oder Desinformationskampagnen, die unterhalb der Schwelle eines offenen militärischen Angriffs bleiben. «Unsere Gesellschaften werden von neuen Stürmen geschüttelt», sagte Kanadas Premierminister Mark Carney.

Konkret wollen die Partner ihre Zusammenarbeit bei Sicherheit und Verteidigung, Energie, Bildung, Handel und Raumfahrt ausbauen. Auch Künstliche Intelligenz (KI) soll zu einem wichtigen Baustein der vertieften Partnerschaft werden. Beide Seiten wollen ihre Kräfte bei der Entwicklung, Nutzung und Absicherung der Technologie bündeln, wie aus der Abschlusserklärung hervorgeht.

Carney bezeichnete die Vorhaben als Schritt hin zu «einer widerstandsfähigeren Welt». Man arbeite auf die tiefstmögliche Partnerschaft ohne Mitgliedschaft hin, in der Kanada das erste assoziierte Mitglied der EU werde. Gegen den Begriff hatte es vor allem von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Widerstand gegeben. In der Folge wurde der Begriff aus dem Abschlussstatement genommen. «In Montreal eröffnen wir ein völlig neues Kapitel unserer gemeinsamen Geschichte», sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Die EU ist bereits Kanadas zweitgrösster Handelspartner nach den USA. Nach einer jüngsten Eskalation haben beide Länder gegenseitig Strafzölle verhängt. US-Präsident Donald Trump hat dem Nachbarn zudem wiederholt damit gedroht, Kanada zu einem US-Bundesstaat machen zu wollen - eine Drohung, die viele in Kanada sehr ernst nehmen./apo/DP/he

(AWP)