Seit zwei Wochen geht es mit dem Gaspreis tendenziell nach oben. In dieser Zeit ist der Rohstoff um etwa 30 Prozent teurer geworden. Am Markt zeigt sich zunehmend die Sorge, dass eine Normalisierung der Lieferungen von Energierohstoffen aus den Fördergebieten am Persischen Golf vorerst nicht möglich ist. Zudem wachsen am Markt die Sorgen hinsichtlich der Versorgungslage in den Industriestaaten.

Der Preis für Erdgas bewegte sich damit weiter in Richtung des höchsten Standes seit Mitte März, als der Iran-Krieg die Notierung bis auf etwa 70 Euro getrieben hatte. Vor dem Krieg hatte der Preis nur bei etwa 30 Euro gelegen.

An den Märkten für Energierohstoffe bleibt die Entwicklung im Iran-Krieg das bestimmende Thema, nachdem US-Präsident Donald Trump vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei den Verhandlungen dem Iran mit einem «Wirtschaftskrieg» gedroht hatte. Zudem müssen Länder mit wirtschaftlichen Konsequenzen rechnen, wenn sie den Iran unterstützen.

Unterdessen geraten Länder in Europa unter Druck, ihre Gasspeicher vor dem Winter wieder aufzufüllen. Die europäischen Gasspeicher sind nur zu etwa 62 Prozent. Vor einem Jahr betrug der Füllstand noch fast 75 Prozent. Und die deutschen Gasreserven sind noch deutlich geringer: Hier meldete die GIE für den 20. August einen Füllstand der Speicher von 50,19 Prozent, nachdem sich die Reserven in den drei Tagen zuvor kaum erhöht hatten. Vor einem Jahr hatte der Füllstand noch bei mehr als 67 Prozent gelegen.

Angesichts der geringen Füllstände der Gasspeicher versucht das Bundeswirtschaftsministerium, die Sorgen um etwaige Engpässe bei der Gasversorgung in der kalten Jahreszeit zu zerstreuen. «Nach aktuellem Erkenntnisstand ist eine Gasmangellage im kommenden Winter nicht zu erwarten», heisst es in einem Papier des Hauses. Einen staatlichen Eingriff schliesst man aber für die Zukunft nicht aus./jkr/jha/

(AWP)