An der gemeinsam von Europol und der Europäischen Arbeitsbehörde (ELA) organisierten Aktion im September nahmen 34 Länder teil. Polizei, Grenzschutz, Arbeits- und Sozialversicherungsbehörden sowie Steuerfahnder untersuchten Betriebe in Landwirtschaft, Baugewerbe, Gasstätten sowie Kosmetik- und Massagesalons.
Die Aktion zielte vor allem auf Ausbeutung von Arbeitnehmern. Doch die Ermittler entdeckten nach Angaben von Europol auch Fälle von Menschenhandel. 182 neue Ermittlungsverfahren seien eingeleitet worden etwa zu sexueller Ausbeutung, erzwungene Bettelei oder Ausbeutung von Hausangestellten.
Vor allem Baubetriebe und Gaststätten
Die meisten der männlichen Opfer kamen aus China, Vietnam, Indien und den Philippinen. Sie wurden Europol zufolge im Bau- und Gastgewerbe ausgebeutet. Dazu gehörten schlechte Bezahlungen für zu langen Arbeitszeiten, schlechte Arbeits- und Lebensbedingungen sowie auch Bedrohungen. Acht Prozent der Opfer waren in Landwirtschaftsbetrieben entdeckt worden.
Die Frauen arbeiteten dagegen meist in Nagel- und Massagesalons. Fünf Prozent der Opfer waren minderjährig. Sie wurden oft sexuell ausgebeutet, zum Betteln gezwungen oder arbeiteten im Baugewerbe.
Menschenhändlerring ausgehoben
In den Niederlanden kamen Ermittler und Behörden einem Menschenhändlerring auf die Spur. Mehr als 70 Menschen wurden in Restaurants in fünf EU-Ländern zur Arbeit gezwungen worden. Die Bande machte mindestens vier Millionen Euro Profit.
In Österreich entdeckte die Polizei Eltern, die ihre Kinder zum Betteln gezwungen hatten. In Deutschland waren bei Durchsuchungen von Nagelstudios 63 mutmassliche Opfer vor allem aus Vietnam und China identifiziert worden. Sie wurden Europol von Arbeitgebern zufolge deutlich unterbezahlt, auch war ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt./ab/DP/jha
(AWP)
