"Man sollte sich nicht auf die Impfpflicht abstützen", erklärte er. "Wir kriegen eine Herdenimmunität hin, wenn sich 80 Prozent der Menschen impfen lassen, auch ohne Streit auf einem Nebenschauplatz wie dem Impfzwang", sagte er.

Auch einem Fokus auf einem in der Schweiz hergestellten Coronavirus-Impfstoff erteilte der 68-jährige Basler Experte eine Absage. Er glaube, es sei falsch, sich auf die Herkunft eines Impfstoffes zu fokussieren. "Wichtig ist, dass schnell ein brauchbares Produkt da ist", betonte Tanner.

Die Schweiz sollte bei der Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffes mitmachen, sagte er. "Je näher Sie dran sind, desto besser", mahnte er. "Wir müssen international zusammenarbeiten", hob Experte Tanner in diesem Zusammenhang hervor. Die Schweiz sollte dabei aber mehrgleisig fahren und sich nicht nur auf eine Aktivität konzentrieren, hiess es weiter.

Tanner zeigte sich gegenüber den Zeitungen allerdings wenig zuversichtlich, dass es rasch einen Coronavirus-Impfstoff geben werde. "Wenn alles sehr gut läuft - also keine Nebenwirkungen! -, dann können wir in einem Jahr einen Impfstoff haben", sagte er. Allerdings sei der Stoff dann noch nicht produziert und verteilt, merkte er einschränkend an.

(SDA)