Finkelstein sieht zudem Redebedarf beim KI-Einsatz im Militär. «Wie wird KI beim Befehligen und der Kontrolle von Nuklearwaffen eingesetzt?», nannte er beispielhaft bei einer Podiumsdiskussion. Der frühere chinesische Botschafter in den USA, Cui Tiankai, verwies dabei auf die Rede von Staats- und Parteichef Xi Jinping bei der von China ausgerichteten KI-Weltkonferenz in Shanghai im Juli. Der Grundgedanke sei, dass der Mensch im Mittelpunkt stehe und KI für das Gute eingesetzt werde.

Jüngst hatten Vorschläge von KI-Firmenchefs aus den USA, die Entwicklung von KI wegen Sicherheitsbedenken zu verlangsamen, eine Debatte ausgelöst. In China stiess die Idee auf Widerstand und wurde in Staatsmedien als Strategie aus Zeiten des Kalten Krieges bewertet. Die Diskussion kommt vor dem erwarteten USA-Besuch Xis am 24. September.

Möglicher KI-Dialog zwischen China und USA?

Im Rahmen des Treffens wird auch über einen möglichen Dialog speziell zu der Zukunftstechnologie spekuliert. «Ich vermute, dass es vor dem Gipfel einen Dialog zwischen den beiden Ländern zum Thema KI geben wird», sagte der Professor für US-China-Beziehungen an der Shanghaier Fudan-Universität, Wu Xinbo. Zuvor hatte es auch Medienberichte dazu gegeben.

Der Experte zeigte sich jedoch skeptisch über die Absicht des Dialogs. Die USA hätten alles versucht, um Chinas Fortschritte im KI-Bereich einzudämmen, was aus Sicht der USA nur logisch sei, sagte er. China hole auf. Wu spekuliert nach eigenen Worten, dass die US-Seite mit dem Vorschlag eines Dialogs eine weitere Taktik entwickeln will, um China zu bremsen. «China muss sehr vorsichtig sein», sagte Wu. Beide Seiten müssten Risiken der KI-Entwicklung erörtern und besprechen, wie sie diese möglichst gemeinsam mindern könnten, betonte er./jon/DP/stw

(AWP)