Entscheidend für Autofahrer sei zudem, wie gross der Dieselanteil der freigegebenen Reserven sei, sagte Sultan. Das gehe aus der Mitteilung der G7 nicht hervor. Denn durch die Lage in der Strasse von Hormus wird nicht nur der Ölexport eingeschränkt, auch wichtige Raffinerien sind vom Weltmarkt abgeschnitten.

Angesichts steigender Kraftstoffpreise hatten sich Deutschland und die übrigen G7-Staaten zuvor darauf geeinigt, über vier Monate 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel der im März beschlossenen Freigabe unter Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) tatsächlich freizugeben. Sie kündigten zudem an, in den kommenden Tagen die Möglichkeit zusätzlicher Diesel-Freigaben zu erörtern.

US-Regierung erwog Exportstopp von Diesel

Für eine dauerhafte Normalisierung der Energiepreise braucht es Sultan zufolge jedoch eine Öffnung der Strasse von Hormus. Dort waren in den vergangenen Tagen erneut Tanker unter Beschuss geraten, wie die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte. «Wenn wir gleichzeitig eine weitere Eskalation in der Strasse von Hormus haben ...und da nichts mehr durchgeht, dann ist auch die Reserve nur ein Tropfen auf den heissen Stein.»

Die US-Regierung hatte Europa zuvor aufgefordert, mehr Liefermengen an Diesel an den Markt zu geben. Auch ein Exportstopp war in Erwägung gezogen worden. In der Erklärung der G7-Staaten, zu denen auch die USA gehören, steht nun ausdrücklich, dass Mitgliedstaaten keine derartigen Beschränkungen vornehmen./jcf/DP/zb

(AWP)