Insgesamt stiegen die Schweizer Exporte im Juli 2026 saisonbereinigt zum Vormonat nominal um 13,8 Prozent auf 27,8 Milliarden Franken, wie das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) am Donnerstag mitteilte. Real - also um Preisveränderungen bereinigt - resultierte ein Plus von 10,7 Prozent.
Damit lagen die Exporte auf dem höchsten Stand seit März 2025. Die Exportentwicklung tendiere nun aufwärts, nachdem sie monatelang stagniert habe, hält das Bundesamt fest.
Die Importe nahmen derweil im Berichtsmonat um 4,5 Prozent auf 19,6 Milliarden Franken ab, real um 2,8 Prozent. Der Überschuss in der Handelsbilanz betrug in der Folge 8,1 Milliarden Franken. Dies war laut dem BAZG ein neuer Monatsrekord.
Starke Pharma- und Uhrenexporte
Am meisten Auswirkungen auf die Bilanz hatte die Chemie-Pharma-Branche. Die Exporte stiegen in dieser Sparte innert Monatsfrist um 3,3 Milliarden Franken und damit um einen Viertel, wie es hiess. Insbesondere die Exporte nach Europa nahmen zu. Der Hauptteil ging dabei an den wichtigen Pharmaproduktionsstandort Slowenien.
Steigende Umsätze erzielten gemäss der Erfassung aber auch die Sparten Strom, Uhren sowie Metalle und Metallerzeugnisse. Hingegen stagnierten die Lieferungen von Maschinen, Elektronik und Apparaten.
Bei den Uhren ist das Exportplus laut dem Uhrenverband FH vor allem auf die Entwicklung im grössten Absatzmarkt USA zurückzuführen. Im Juli stiegen die Ausfuhren über den Atlantik um mehr als ein Viertel.
Mehr als verdoppelt haben sich die Uhrenausfuhren im Juli zudem nach Frankreich. Das Land, das sich als Logistikdrehscheibe etabliert hat, bleibt damit der zweitgrösste Absatzmarkt. Im drittgrössten Absatzgebiet Japan gingen die Uhrenexporte hingegen etwas zurück.
Importe schwächeln
Auf Seite der Importe schwächelte laut dem BAZG hingegen die gesamte Güterpalette. «Hier zeigt die Entwicklung seit Oktober 2025 insgesamt seitwärts», heisst es.
Insbesondere bei den chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen und den Fahrzeugen zeigte sich ein klarer Rückgang. Bei der Pharmasubgruppe Antisera (Blutsera mit Antikörpern gegen Krankheitserreger oder Toxine) und Impfstoffe folgte auf das kräftige Plus im Vormonat eine Abnahme im Juli, so der Bericht weiter. Auch die Fahrzeuge hatten in den vergangenen Monaten zugelegt.
Regional betrachtet entwickelten sich mit Europa und Asien zwei der drei grossen Beschaffungsmärkte der Schweiz negativ. Die Einfuhren aus Nordamerika stiegen hingegen.
ls/jb
(AWP)
