Auf die Frage, inwiefern hochentwickelte KI-Modelle wie jene von Anthropic oder OpenAI eine Bedrohung für die international besonders exponierte Grossbank UBS seien, erklärte Amstad: «Die Gefahr durch hochentwickelte KI betrifft keineswegs nur ein einzelnes Grossinstitut, sondern die gesamte Branche.»
Um die Risiken für einen Systemkollaps zu reduzieren, habe die Finma die Institute in die Pflicht genommen, denn diese trügen die Verantwortung und müssten ihre operativen Risiken, ganz besonders auch bei Drittanbietern, jederzeit im Griff haben.
Um sich gegen die steigenden Cyber-Risiken zu wappnen, sei sowohl für die Aufsicht als auch für die gesamte Finanzindustrie die Geschwindigkeit die entscheidende Herausforderung. «Wir müssen schnell genug sein, um mit dieser rasanten technologischen Entwicklung Schritt zu halten», betonte Amstad.
Finma mit eigenen KI-Anwendungen
Die Finma selbst rüste ihre eigenen KI-Anwendungen auf, die so genannte Supervisory Technology, kurz SupTech. Ausserdem werde die internationale Zusammenarbeit in Finanzgremien wie dem Weltverband der Wertpapieraufsichten IOSCO, dem Finanzstabilitätsrat FSB oder der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIS intensiviert.
Die Industrie und die Aufsichtsbehörden müssten sich darüber hinaus auch auf Technologien wie Quantencomputing vorbereiten. Diese seien zwar noch in der Entwicklung, könnten aber grosse Auswirkungen auf die Sicherheit haben, so die oberste Finanzaufseherin.
cf/ls
(AWP)
