In den ersten sechs Monaten 2026 kletterte der Umsatz um 5 Prozent auf 673,6 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Dabei stiegen die Einnahmen aus dem Flugbetrieb und aus dem Nichtflug-Bereich, der die Immobilien, die Shops und das internationale Geschäft enthält, gleichermassen.
Der Flugbetrieb profitierte von der Reisefreudigkeit der Schweizer, die den Taucher bei den Touristen aus dem Mittleren Osten mehr als wettmachte. Dadurch sei der Einfluss des Iran-Kriegs begrenzt gewesen, sagte Konzernchef Lukas Brosi an einer Analystenkonferenz.
Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) erhöhte sich auf 374,2 Millionen Franken. Das sind 4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Konzerngewinn gebremst
Die Eröffnung des neuen Flughafens Noida in Indien im Juni sorgte allerdings für einen Dämpfer beim Konzerngewinn. Wegen höherer Abschreibungen und Finanzaufwendungen für den Airport im Grossraum der Metropole Delhi nahm der Reingewinn unter dem Strich lediglich um 1 Prozent auf 163,7 Millionen Franken zu. Nichtsdestotrotz sei damit das beste Halbjahresergebnis in der Unternehmensgeschichte gelungen, teilte der Flughafen mit.
Dennoch sackte die Aktie ab und schloss 7,7 Prozent im Minus. Der Flughafen hat mit den Zahlen die Profitabilitätserwartungen der Finanzgemeinde leicht verfehlt. Zudem hatten sich die Investoren ein schnelleres Hochfahren des Betriebs am Flughafen Noida erhofft.
Dieser werde durch den Iran-Krieg gebremst, erklärte Finanzchef Kevin Fleck. Im laufenden Jahr rechne man mit ungefähr einer Million Passagieren an dem neuen Airport, wobei diese Zahl mit grosser Unsicherheit behaftet sei. Damit bleibe der Flughafen im Jahr 2026 noch in der Verlustzone. Die Gewinnschwelle dürfte erst 2027 erreicht werden.
Druck auf Gewinn
Im Gesamtjahr 2026 rechnet der Flughafen mit einem neuen Rekord von über 33 Millionen Passagieren. Trotzdem dürfte der Betriebsgewinn EBITDA nur auf Vorjahreshöhe ausfallen und der Reingewinn wegen der höheren Kosten für Noida sogar sinken.
Auch im nächsten Jahr bleibt der Druck auf die Profitabilität gross: Noida werde zu zusätzlichen Abschreibern und Finanzierungskosten von rund 80 Millionen Franken jährlich führen, sagte Finanzchef Fleck. Zudem werde die Gebührenreduktion am Flughafen Zürich um rund 10 Prozent ab dem 1. Oktober im nächsten Jahr voll aufs Ergebnis durchschlagen.
Dann will der Flughafenbetreiber aber durchstarten. Bis 2040 solle der Umsatz auf über 3 Milliarden Franken steigen. Das wäre mehr als das Doppelte des vergangenen Jahres, als 1,36 Milliarden Franken erreicht wurden. Das bisherige Geschäft solle dabei auf rund 2,4 Milliarden Franken wachsen, sagte Finanzchef Fleck. Und rund 600 Millionen Franken solle zusätzliches Geschäft bringen, das man über die Zeit akquirieren wolle.
Neue Geschäftsmöglichkeiten dürfte es «sehr bald» in bisherigen Haupt-Auslandsmärkten Brasilien und Indien geben, sagte Flughafen-Chef Brosi. Aber es könnten auch Möglichkeiten in Kolumbien, Indonesien und auf den Philippinen auftauchen. Das Auslandsgeschäft solle bis 2040 bis zu 50 Prozent des Konzernumsatzes des Flughafen Zürichs beisteuern, sagte Fleck.
jb/to
(AWP)
