Auch in anderen Grossstädten wie Lyon, Lille, Marseille, Toulouse, Bordeaux, Rennes und Strassburg soll es Versammlungen geben. Unterstützung kommt von mehreren grossen Bildungsgewerkschaften, die zur Beteiligung an den Aktionen und teils auch zum Streik aufrufen. Damit könnte der Protest über die Schülerbewegung hinaus an Breite gewinnen.

Zwar rief Premierminister Sébastien Lecornu die Ministerien am Sonntagabend auf, konkrete Verbesserungen an den Schulen des Landes einzuleiten und den berechtigten Sorgen der Schüler Gehör zu geben. Dennoch gab es am Montag erneute Proteste an 589 Schulen.

Polizeigranate reisst 15-Jährigem Hand ab

Für Erschütterung sorgte der Fall eines 15-jährigen Gymnasiasten, dem im nordfranzösischen Lens durch eine von der Polizei abgefeuerte Granate eine Hand abgerissen wurde. Beamte hatten das Geschoss in eine Gruppe demonstrierender Schüler abgefeuert. Die Generalinspektion der Polizei ermittelt gegen die eingesetzte Bereitschaftspolizei. Nach Informationen eines französischen Senders handelte es sich um eine Blendgranate.

Der Fall könnte den von teils drastischen Gewaltszenen geprägten Protest weiter anheizen. Nach vorherigen Fällen von mutmasslicher Polizeigewalt steht der Einsatz der Beamten gegen die jungen Menschen zunehmend in der Kritik./evs/DP/zb

(AWP)