Die neuen Verschuldungszahlen setzen Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu zusätzlich unter Druck, der am Donnerstag einen Haushaltsentwurf mit Milliardeneinsparungen vorlegen will. Wie bereits im vergangenen Jahr dürfte es ein Kraftakt für das Mitte-Lager von Präsident Emmanuel Macron werden, den Haushalt ohne eigene Mehrheit durchs Parlament zu bringen. Wie im Vorjahr will Lecornu auf die Sozialisten zugehen, um eine Kompromisslinie zu finden. Im Anlauf auf die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr sind radikale Einschnitte aber nicht zu erwarten.
Die hohe Verschuldung der zweitgrössten Volkswirtschaft in der Eurozone macht regelmässig auch den europäischen Partnern Sorge. Seit längerem reisst Frankreich die EU-Regeln zur Begrenzung der Neuverschuldung. In diesem Jahr geht die Regierung von einem Haushaltsdefizit von 5,4 Prozent und im kommenden Jahr von 5 Prozent aus. Die von der EU vorgeschriebene Grenze liegt bei 3 Prozent. Den öffentlichen Schulden steht allerdings eine robuste Wirtschaftsleistung in Deutschlands wichtigstem Partnerland entgegen./evs/DP/jha
(AWP)
