Die Lumentum-Aktie verlor im vorbörslichen US-Handel rund ein Prozent. Bereits in der vergangenen Woche waren Spekulationen über eine Übernahme durch Marvell aufgekommen. Der Marvell-Aktienkurs war kaum verändert.
Lumentum produziert Laser und andere optische Technologien, mit denen grosse Datenmengen mit sehr hoher Geschwindigkeit übertragen werden können. Da klassische Kupferkabel mit Blick auf die Anforderungen moderner KI-Rechenzentren an ihre Grenzen stossen, ist die Optoelektronik mittlerweile eine wesentliche Voraussetzung für den KI-Boom.
Langfristig verspricht sich die Marvell-Unternehmensführung durch die Übernahme Rückenwind für Umsatzwachstum und Gewinnmargen. Konkret wird von Kostensynergien von einer Milliarde Dollar ausgegangen.
Beide Unternehmen haben sich demnach auf eine reine Aktientransaktion geeinigt, in deren Zuge Lumentum-Aktionäre je Anteilsschein 4,5 Marvell-Papiere erhalten. Nach dem Abschluss der Transaktion werden die derzeitigen Marvell-Aktionäre somit rund 67 Prozent des fusionierten Unternehmens halten und die Lumentum-Aktionäre rund 33 Prozent. Die Unternehmen erwarten den Abschluss des Deals in der ersten Jahreshälfte 2028. Die Aktionäre beider Unternehmen müssen dem Vorhaben noch zustimmen.
Gemessen am Eigenkapital ist dies laut Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg die grösste Übernahme des Jahres im globalen Technologiesektor - abgesehen vom Zusammenschluss des Raumfahrtunternehmens SpaceX mit dem KI-Entwickler xAI. Per Freitagsschluss war Marvell an der Börse gut 172 Milliarden Dollar wert, Lumentum brachte es auf eine Marktkapitalisierung von gut 76 Milliarden Dollar./mis/men/stk
(AWP)
