Der russische Branchenanalyst Michail Burmistrow hatte den Wert des Russland-Geschäfts im August gegenüber der russischen Wirtschaftszeitung «Kommersant» auf 160 bis 175 Milliarden Rubel geschätzt. Davon entfielen 120 bis 125 Milliarden auf Vermögenswerte und Marken sowie 40 bis 50 Milliarden auf nicht ausgeschüttete Gewinne.

Nestlé verfügt in Russland über sechs Fabriken und produziert dort unter anderem Kaffee, Süsswaren, Babynahrung und Tierfutter. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte der Konzern Investitionen sowie Exporte aus Russland auch aufgrund internationaler Sanktionen zurückgefahren und sein Angebot auf grundlegende Lebensmittel konzentriert.

Damit ist auch die Bedeutung Russlands für den Gesamtkonzern gesunken. 2021 entfielen noch 2 Prozent des Nestlé-Umsatzes auf Russland. Das war laut dem Analysten Jean-Philippe Bertschy von der Schweizer Bank Vontobel die letzte von Nestlé veröffentlichte Zahl. Inzwischen dürfte der Anteil nur noch bei etwas mehr als 1 Prozent liegen, schätzte Bertschy in einem Kommentar am Freitag. Nestlé erzielte 2025 weltweit einen Umsatz von 89,5 Milliarden Franken.

Wie hoch ein möglicher finanzieller Schaden aus der Zwangsverwaltung tatsächlich ausfallen könnte, ist offen. Bertschy erwartet wegen des geringen Umsatzanteils insgesamt nur begrenzte finanzielle Auswirkungen. Die wesentlichen finanziellen Risiken liegen laut Bertschy nun beim Wert der betroffenen Vermögenswerte und bei den Bedingungen einer allfälligen Veräusserung. Dabei bestehe das Risiko einer Wertberichtigung oder eines Verkaufs zu ungünstigen Konditionen.

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(AWP)